Zukunftsindustrie Solartechnik
In zwei Jahren werden Unternehmen in Produktionsstätten für Solarzellen weltweit ebenso viel investieren, wie in die Halbleiterfertigung, schätzt das Marktforschungsinstitut iSupply.
Bis 2010 soll in Produktionsanlagen für Solarzellen auf dem gleichen Niveau investiert werden wie in die Fertigung in der Halbleiterindustrie. Nach Einschätzung des Marktforschungsinstituts iSuppli wird die weltweite Produktionskapazität für Solarzellen in etwa zwei Jahren auf 12 Gigawatt steigen – im vergangenen Jahr lag sie erst bei 3,5 Gigawatt. Während es 2007 weltweit etwa 90 bis 100 Produktionsstätten für Solarzellen gab, sollen es 2010 schon 400 Anlagen mit einer jährlichen Kapazität von mindestens 1 Megawatt sein. Künftig werden laut iSuppli zudem Anlagen mit Produktionskapazitäten von 1 Gigawatt entstehen.
Auch Unternehmen aus der "alten" Halbleiterindustrie wie beispielsweise der Speicherchiphersteller Qimonda wollen ins Geschäft mit Solarzellen investieren, die Intel-Ausgliederung SpectraWatt plant den Bau eines Solarzellenwerks und LCD-Spezialist Sharp errichtet Seite an Seite seiner topmodernen LCD-Fabrik der zehnten Generation eine Produktionsanlage der 10-Megawatt-Klasse für Dünnschicht-Solarzellen.
Der Weltmarkt für Solaranlagen wird in den kommenden zwei Jahren um 40 Prozent und anschließend jährlich um 20 Prozent wachsen, schätzt ein führender iSuppli-Analyst. Jede neue Fabrik werde allerdings mindestens 500 Millionen US-Dollar kosten, es müssen also ungemein hohe Investitionen getätigt werden, wenn der Ausbau wie prophezeit vonstatten gehen soll. Die Dimension der Photovoltaik-Industrie zeigen auch die prognostizierten Umsätze: Pro Fab werden etwa 1000 Beschäftigte einen Umsatz von jährlich mindestens 1 Milliarde US-Dollar erzielen.
Grund für den explodierenden Solar-Markt sind die steigenden Rohstoffpreise, aber auch stark wachsender Energiebedarf. So wird sich der weltweite Bedarf an elektrischer Energie nach Schätzungen in den kommenden 50 Jahren zumindest verdreifachen. Im Jahr 2100 sollten deshalb 80 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen wie Sonne, Wind oder Wasser generiert werden, fordert der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen.
Bei der Solarzellenproduktion erwarten Hersteller wie die Q-Cells AG und der norwegische Produzent von Solarsilizium und multikristallinen Siliziumwafern Renewable Energy Corporation REC Gruppe signifikante Preissenkungen. FĂĽr sehr sonnenreiche Gegenden der Welt soll der Preis fĂĽr Solarenergie bereits 2012 mit anderen Rohstoffen gleichziehen; bei Gebieten mit weniger intensiver Sonneneinstrahlung soll dieser Gleichstand 2018 erreicht werden. (uk)