Leichte EinbuĂźen bei Bertelsmann
Die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Werbewirtschaft werden auch am GĂĽtersloher Medienriesen nicht spurlos vorĂĽbergehen und stellen das Wachstumsversprechen des Konzernchefs auf die Probe.
Unter dem Strich steht noch ein satter Gewinn, doch auch Bertelsmann bleibt von der globalen Konjunkturkrise nicht verschont und rechnet für 2008 mit einem operativen Ergebnis unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Europas größter Medienkonzern hat in den ersten neun Monaten bei Umsatz und operativem Gewinn leichte Einbußen hinnehmen müssen.
In den Monaten Januar bis September setzte der Konzern 11,4 Milliarden Euro um, 0,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Das operative Ergebnis vor Finanzergebnis, SondereinflĂĽssen und Steuern schrumpfte von 1,03 Milliarden Euro auf 926 Millionen Euro, teilte der Konzern am heutigen Dienstag in GĂĽtersloh mit.
Den Nettogewinn konnte Bertelsmann dagegen auf 387 Millionen Euro verdreifachen, nachdem im Vorjahreszeitraum Sonderbelastungen wie die Ausgleichszahlungen für Napster zu Buche geschlagen hatten. In den aktuellen Zahlen ist der Verkaufserlös der US-Buchclubs bereits berücksichtigt, der Verkauf des Musikgeschäfts an Sony wird erst im vierten Quartal in die Bilanz eingehen.
Eigentlich sei Bertelsmann "strategisch gut aufgestellt", meinte Finanzvorstand Thomas Rabe, korrigierte aber die bisherige Prognose leicht nach unten. "Das Operating EBIT wird vor dem Hintergrund der gedämpften Konjunkturaussichten 5 bis 10 Prozent unter Vorjahr liegen." Das Unternehmen erwirtschaftet etwa 25 Prozent seiner Umsätze über Werbemärkte in aller Welt. Zu einzelnen Geschäftsbereichen machte das Unternehmen keine Angaben.
Die Konjunkturdelle kommt dem neuen Vorstandschef Hartmut Ostrowski denkbar ungelegen. Der ehemalige Vorstand der Logistik-Tochter Arvato will den Medienriesen stramm auf Wachstum trimmen und hat langfristig groĂźe Ziele: Bis 2015 soll der Jahresumsatz auf 30 Milliarden Euro steigen und das Operating EBIT auf ĂĽber 3 Milliarden Euro. (vbr)