Speicherexperte erhält Millionenauszeichnung

Der finnische Millennium Technology Prize geht in diesem Jahr an den britischen Physiker Stuart Parkin, der die Datendichte von Festplatten enorm erhöhen konnte.

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In diesem Jahr geht die Auszeichnung der finnischen Akademie fĂĽr Technologie (TAF) an einen Pionier der Computertechnik, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Ausgezeichnet mit dem alle zwei Jahre vergebenen Millennium Technology Prize wurde der britische Experimentalphysiker Stuart Parkin fĂĽr seine Arbeit auf dem Gebiet der Magnetspeichermedien.

In einem Statement der TAF hieß es, Parkin erhalte den Preis in Anerkennung seiner Entdeckungen, die es erlaubt hätten, die Speicherkapazität von Festplatten zu vertausendfachen. "Seine Innovationen führten zu einer enormen Ausweitung der Kapazitäten zur Erfassung und Speicherung von Daten." Dies wiederum habe erst den Bau großer Rechenzentren ermöglicht, die heute die Grundlage und das Rückgrat moderner Dienste wie Cloud Services, Social Networks und den Online-Vertrieb von Musik und Filmen bildeten.

Der Millennium Technology Prize ist mit einer Million Euro dotiert und soll Wissenschaftler nicht für ihr Lebenswerk auszeichnen, sondern weitergehende Forschung motivieren. Parkin hatte wichtige Verfahren im Bereich der Spintronik erforscht, die es erlauben, Dünnfilmmagnetstrukturen mit deutlich gesteigerter Datendichte zu erzeugen. Der Physiker, der im britischen Watford geboren wurde, baute seine Arbeit auf Beobachtungen zweier Nobelpreisträger des Jahres 2007 auf. Albert Fert und Peter Grünberg hatten hochsensibler Detektoren entwickelt, die kleinste Magnetfelder bei Raumtemperatur unterscheiden können.

Parkin ist heute bei IBM als Forscher tätig, er leitet die Magnetoelectronics-Gruppe am IBM Almaden Research Center im kalifornischen San Jose. Seine Technik wird von IBM (und mittlerweile auch anderen) seit 1997 kommerzialisiert und sorgte dafür, dass sich die Speicherkapazität von Festplatten ungefähr alle zwei Jahr verdoppelt.

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(bsc)