"Wer kontrolliert die Daten?" Jawbones Fitnesstracker und das "Internet der Dinge"

Bandar Antabi, Head of Special Projects bei dem Hardware-Konzern, spricht im Interview mit Technology Review über die Pläne des UP-Herstellers.

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Jawbones Fitness-Trackingarmband Up

Der vor allem durch seine Headsets und das Fitnessarmband UP bekannte US-Hersteller Jawbone hat in den kommenden Jahren noch viel vor – auch im Bereich des "Internet der Dinge". Das sagte Bandar Antabi, als "Head of Special Projects" für neue Ideen der Firma zuständig, im Interview mit Technology Review (aktuelle Ausgabe 05/2014 online bestellbar). So sei UP als Gesamtsystem geplant. "Hardware, Software und Daten. Wir haben enorm viele Datenpunkte von UP-Nutzern, 600 Milliarden zurückgelegte Schritte, 16 Millionen durchschlafene Nächte. Unser Datenteam analysiert daraus Trends. Es fand etwa heraus, dass weibliche Nutzer sich mehr bewegen und mehr Kalorien verbrennen, wenn sie regelmäßig eine halbe Stunde früher schlafen gehen. Anhand solcher Trends machen wir Nutzern Vorschläge."

Antabi fürchtet nicht, dass Versicherungen auf die Idee kommen könnten, Technologien wie UP zur Zwangsvorrichtung zu machen, um den unsportlichen Kunden dann die Prämien zu erhöhen. "Ich fände es andersherum nicht schlecht, wenn eine Versicherung den Beitrag senkt, weil er sieht, dass man sein Verhalten zum Guten verändert hat." Der Punkt dabei sei ein anderer: "Wer kontrolliert die Daten? Wir haben immer klar gestellt, dass die Daten dem Nutzer gehören." Er könne sie auch wieder löschen. "Alle Apps, die sich mit dem UP-System verbinden, müssen per Opt-in die Freigabe bekommen. Und die Daten ebenfalls löschen, wenn Sie das im UP-System tun."

Start-ups, die jetzt in den Bereich einsteigen wollen, rät Antabi, besonders auf Dienste und Software zu achten. "Es geht um mehr als Hardware. Das kann jeder. Sie müssen sich auf das Erleben des Nutzers konzentrieren. Viele Hersteller von Tracking-Geräten versuchen, möglichst genaue Sensoren einzubauen. Aber ohne eine sinnvolle Auswertung der Daten geben die Leute das Gerät nach ein paar Wochen wieder auf."

Das Interview mit Bandar Antabi in Technology Review online:

(bsc)