NASA will genauer landen
Bislang sind Sonden und andere Raumfahrzeuge beim Touchdown auf Mond oder Mars den Launen der Physik ausgeliefert. Mit einem hochfeinen LIDAR-Lasersystem soll sich das ändern.
Unbemannte Raumfahrzeuge, die auf Mond oder Mars landen sollen, können den genauen Ort ihres Touchdowns bislang nicht bestimmen – stattdessen findet dieser stets dort statt, wo sie ihre Flugbahn hinführt. Das wissenschaftlich interessanteste Gelände auf fremden Himmelskörpern ist jedoch oft auch jenes, das am schwersten zu erreichen ist. Forscher bei der NASA entwickeln deshalb nun ein optisches Sensorsystem, das es zum ersten Mal ermöglichen soll, sichere Landeplätze zu identifizieren und dann genau anzupeilen, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
Die dabei zum Einsatz kommende Technologie ist ein erweitertes LIDAR-System ("Light detection and ranging"), das drei kontinuierliche Laserstrahlen zur Oberfläche schickt. Es misst die Eigenschaften des Lichts, das zurückgeworfen wird, um die Geschwindigkeit und Position des Raumfahrzeuges relativ zur angepeilten Oberfläche zu bestimmen – und zwar in drei Dimensionen. Die Genauigkeit der Technologie sei "eine Revolution", sagt Bob Reiss, Projektmanager am Langley Research Center der NASA. So lasse sich die Geschwindigkeit bis auf Zentimeter pro Sekunde genau berechnen und auch die Position im Zentimeterbereich, wenn der Abstand bei ein bis zwei Kilometern von der Oberfläche liegt.
Das NASA-LIDAR-System ist Teil des so genannten "ALHAT"-Projektes ("Autonomous Landing and Hazard Avoidance Technology"), bei dem es um autonome Landungen von Raumfahrzeugen geht, die gleichzeitig automatisch Hindernissen ausweichen können. Mit ALHAT soll auch die nächste Generation von Mondlandemodulen ausgestattet sein. Die einzige Möglichkeit, die es heute gibt, um sich gegen Beschädigungen bei der Landung abzusichern, sind große Luftpolster, in die das Raumfahrzeug praktisch eingehüllt wird. Sonden landen auf diese Weise mit voller Härte beispielsweise auf dem Mars und prallen zunächst vom Boden ab, bis sie schließlich liegen bleiben. "Mit Astronauten an Bord will man aber nicht auf diese Art landen", sagt Donald Figer, Professor am Rochester Institute of Technology.
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(bsc)