Japanische Entwicklungsbank fördert Chip-Entwickler von Fujitsu und Panasonic

Die beiden japanischen Firmen Fujitsu und Panasonic verlagern ihre kriselnden Sparten für Chip-Entwicklung in ein neues Unternehmen, das frisches Geld der öffentlichen Hand bekommt.

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Die japanische Halbleiterindustrie kämpft seit Jahren mit großen Schwierigkeiten. Schon im vergangenen Jahr hatten Fujitsu und Panasonic angekündigt, eigene Chip-Fertigungswerke zu verkaufen und die Entwicklungsabteilungen in einem neuen Unternehmen zu vereinen. Dieser "Fabless"-Chipentwickler mit rund 3000 Mitarbeitern soll unter Beteiligung der Development Bank of Japan (DBJ) im vierten Quartal 2014 seine Arbeit aufnehmen, teilten die Unternehmen am Mittwoch mit.

Die DBJ wird ebenso wie Fujitsu 40 Prozent der Anteile halten, die restlichen 20 Prozent entfallen auf Panasonic. Die DBJ wird 20 Milliarden Yen (etwa 140 Millionen Euro) an Kapital und einen Kreditrahmen von 10 Milliarden Yen (70 Millionen Euro) bereitstellen. Das Risikokapital kommt aus einem "Fund for Japanese Industrial Competitiveness" – der Geschäftsplan soll den Vorgaben des erst im Dezember 2013 verabschiedeten "Industrial Competitiveness Enhancement Act" entsprechen.

CEO des neuen Unternehmens soll der ehemalige Kyocera-CEO Yasuo Nishiguchi werden, der bereits über 70 Jahre alt ist. Die Partner hoffen auf jährliche Umsätze in der Größenordnung von 1 Milliarde Euro. Vorrangige Einsatzbereiche künftiger Chips sollen in den Bereichen Cloud Computing, Big Data, optische Netzwerke, Medizin und Energietechnik liegen. Besondere Stärken sehen die Partner in den Bereichen Video, Imaging und Netzwerk.

Schon 2012 hatte Fujitsu Back-End-Fabs an einen Auftragsfertiger verkauft, Renesas entschied sich 2013 zum gleichen Schritt. Bei der Chip-Fertigung kooperiert Fujitsu seit 2009 mit TSMC. [Update:] 2013 hatte Fujitsu Semiconductor die Sparten fĂĽr Mikrocontroller und analoge Halbleiter an Spansion verkauft und eine Abteilung fĂĽr UMTS- und LTE-Modems an Intel. Nicht betroffen sind die Entwickler der SPARC64-Prozessoren aus der Server-Abteilung von Fujitsu, die aber wohl seit einiger Zeit von TSMC gefertigt werden. (ciw)