Carl Zeiss AG will 120 Millionen Euro einsparen - Arbeitsplatzabbau droht

Die bisherigen Maßnahmen reichten nicht dazu aus, den Konzern wieder in die schwarzen Zahlen zu bringen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit, weshalb betriebsbedingte Kündigungen nicht auszuschließen seien.

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  • Peter-Michael Ziegler

In der Krise sieht sich der Optik- und Elektronikspezialist Carl Zeiss zur weiteren Senkung der Personalkosten gezwungen. Die bisherigen Maßnahmen reichten nicht dazu aus, den Konzern wieder in die schwarzen Zahlen zu bringen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Oberkochen (Ostalbkreis) mit. Die Geschäftsführung habe angesichts der Auftrags- und Umsatzeinbrüche bei Halbleitertechnik und Industrieller Messtechnik den Betriebsrat zu Verhandlungen über Interessenausgleich und Sozialplan aufgefordert, hieß es. Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht auszuschließen. Anfang der 1990er Jahre hatte das Unternehmen zuletzt betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen.

Ziel sei, kurzfristig 120 Millionen Euro einzusparen. Der Vorstandschef der Carl Zeiss AG, Dieter Kurz betonte, er wolle alle Möglichkeiten ausschöpfen, um das Know-How der Mitarbeiter zu halten. Die Verhandlungen betreffen alle 13.000 Mitarbeiter, davon 8500 an den zehn deutschen Standorten. In einem ersten Schritt habe man sich mit den Arbeitnehmervertretern darauf geeinigt, dass die für Mai vorgesehene Tariferhöhung von 2,1 Prozent bis zum Abschluss der Gespräche ausgesetzt wird. Bei den Verhandlungen gehe es auch um die Aufstellung des Unternehmens für die Zeit nach der Krise und um die dazu notwendigen Investitionen.

Die Geschäfte der Medizintechnik sowie Mikroskopie und Optronik (Sicherheitstechnik) sind den Angaben zufolge stabil. Dadurch sei aber der Umsatzeinbruch im Konzern seit Beginn des Geschäftsjahres im Oktober 2008 nicht auszugleichen. Im ersten Quartal war der Umsatz um 17 Prozent auf 601 Millionen Euro geschrumpft. "Der Vorstand sieht momentan zudem keine Signale für eine wirtschaftliche Erholung", heißt es in der Mitteilung. Die besonders gebeutelten Sparten Messtechnik und Halbleitertechnik sind von der Autoindustrie und der Chipindustrie abhängig. (dpa) / (pmz)