Boom bei Studienanfängern
Fast 40 Prozent beträgt der Anteil der Erstsemester an ihrem Geburtsjahrgang - so viel wie noch nie.
Noch nie haben so viele junge Menschen ein Studium aufgenommen wie 2008: Nach fünf Jahren Rückgang haben sich diesmal 385.500 Erstsemester an den Hochschulen neu eingeschrieben – 7 Prozent mehr als 2007, berichtet das Statistische Bundesamt. Die Studienanfängerquote – der Anteil von Erstsemestern an der gleichaltrigen Bevölkerung – erreicht mit 39,3 Prozent 2008 einen Höchststand. Erstmals gibt es wieder mehr als zwei Millionen Studenten in Deutschland; 70 Prozent studieren an Universitäten. 30 Prozent an Fachhochschulen. Der Anteil der Studentinnen liegt wie zuvor bei 48 Prozent.
Besonders stark war der Anstieg der Studierendenzahlen mit 13 Prozent an den Fachhochschulen, während er bei den Universitäten 3 Prozent betrug. In Hessen, wo die Studiengebühren wieder abgeschafft wurden, stieg die Zahl der Erstsemester nach einem vorherigen Einbruch nun wieder besonders stark an: Ein Plus von 14 Prozent verzeichneten die hessischen Universitäten und Fachhochschulen. Auch gab es in zwei Bundesländern (Mecklenburg-Vorpommern und Bremen) wegen der Verkürzung der Gymnasialzweit von 9 auf 8 Jahre im Jahr 2008 doppelte Abiturjahrgänge – in beiden Bundesländern war aber keine besonders starke Steigerung der Erstsemesterzahlen zu bemerken, in Bremen gingen sie sogar leicht zurück. Besonders stark stieg die Zahl der Erstsemester auch im Saarland (+15 %), in Brandenburg (+14 %) und in Hamburg (+12 %). Nur in Sachsen und Bremen war die Zahl der Erstsemester rückläufig, und zwar um 2 respektive 0,2 Prozent.
FĂĽr einige technische Studienbereiche konnte das Statistische Bundesamt bereits Einzelauswertungen vorlegen. So gab es bei der Informatik 32.100 Erstsemester, ein Wachstum von 4 Prozent. 17.400 Studierende schrieben sich erstmals bei Elektrotechnik ein (ein Zuwachs von ebenfalls 4 %). Maschinenbau/Verfahrenstechnik konnten einen Zuwachs von 11 Prozent (41.600 Erstsemester) verzeichnen. (jk)