Force Feedback für Kinect und Co.
Ultrahaptics will Gestensteuerungssysteme realistischer machen. Der Trick: Gezielte Ultraschallwellen.
Das Start-up Ultrahaptics aus Großbritannien will die Gestensteuerung, die etwa Microsofts Spielekonsole Xbox über die 3D-Kamera Kinect beherrscht, realistischer gestalten. Dazu hat die Firma eine neuartige Form von Force Feedback für die Hände des Nutzers entwickelt, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
Bislang greift ein Spieler bei Kinect und Co. schlichtweg ins Leere; die Ultrahaptics-Technik soll ihm dagegen das Gefühl geben, er berühre ein reales Objekt. Umgesetzt wird das mit Hilfe eines Tricks: einer genau gerichteten Ultraschallquelle. Deren Output, der auf algorithmisch genau bestimmten Frequenzen erfolgt, wird an den Fingern reflektiert, die das virtuelle Objekt berühren. Das wiederum soll sich dann für den Nutzer anfühlen, als würde er wirklich einen Gegenstand erfassen – zumindest mit einem gewissen Realitätsgrad.
Das Verfahren basiert auf Forschungsarbeiten, die die Gründer von Ultrahaptics in den vergangenen Jahren an der University of Bristol erarbeitet haben. Momentan existiert allerdings nur ein relativ grobschlächtiges Prototypsystem. Der Nutzer muss seine Hände zudem direkt über der Ultraschallquelle platzieren, die aus 64 einzelnen Schallgebern in einem acht mal acht Felder großen Raster besteht. Bei ihren Versuchen wurden von den Forschern insgesamt 25 Bereiche der Hand durchgetestet, um zu sehen, wo Ultraschall am besten vom Menschen erspürt wird.
Untersucht wurde auch, wie sich Bewegung simulieren lässt und wie klein ein Objekt maximal sein darf, das realistisch dargestellt werden soll. Noch befindet sich Ultrahaptics ganz am Anfang. Die Firma ist derzeit dabei, ihr System zu miniaturisieren. Erst dann könnte es möglicherweise seinen Weg in Richtung Wohnzimmer antreten.
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(bsc)