Netzpromis auf dem Vormarsch

Sie heißen "iJustine" oder Julia Allison - und sind eigentlich nur im Internet bekannt: Online-Berühmtheiten versuchen, mit Blogs und Videopodcasts auf sich aufmerksam zu machen, ohne dafür klassische Medien zu bemühen.

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iJustine ist ein Internet-Star. Eine Woche, nachdem sie ihr letztes Video online gestellt hatte, haben es auch schon 600.000 Nutzer auf YouTube angesehen. Das ist allerdings nichts gegenüber den mehr als 1,3 Millionen Abrufen, die das berühmteste der im wahren Leben unter dem Namen Justine Ezarik firmierenden 24-Jährigen erreicht hat: Ein kaum mehr als eine Minute langer Streifen, in dem sie ihre enorm lange iPhone-Rechnung zeigte. Ezariks Online-Kanal iJustine.tv, in dem sie sechs Monate lang ihr Leben mit Hilfe einer Kamera an ihrer Baseballmütze online stellte (nahezu 24 Stunden lang, sieben Tage die Woche), gehört beim Veranstalter Justin.tv immer noch zu den populärsten Inhalten.

Das Technologiemagazin Technology Review hat Ezarik nun in seiner Online-Ausgabe porträtiert – und analysiert den aktuellen Trend der Netzpromis. Ezarik ist nämlich nur ein Beispiel für eine neue Gattung scheinbar vollständig selbst geschaffener Online-Berühmtheiten. Zur gleichen Sorte Internet-Prominenz gehört auch die New Yorkerin Julia Allison, deren Online-Selfpromotion ihr kürzlich das Titelbild des "Wired"-Magazins einbrachte. Wie iJustine ist sie die Web-2.0-Version des "American Everygirl", das seit gut einem Jahrzehnt durch das US-Reality-TV geistert und nun im Internet angekommen ist.

Ähnlich wie Allison wartete Ezarik nicht darauf, bis ein Fernsehsender sie castet. Sie hielt die Kamera einfach auf sich selbst und kontrollierte dabei jeden kleinsten Aspekt ihrer Selbstdarstellung. Und obwohl es ihre Masche zu sein scheint, nur alltägliche Dinge ins Netz zu stellen, ist sie dabei doch mindestens so engagiert wie ein Produzent einer Reality-Serie, der eine Marke aufbaut, formt und bewahrt. "Ich glaube, dass iJustine so eine Art Persona geworden ist", erklärt sie, "es ist ja nicht so, dass ich nicht rausgehe und einen trinke und irgendetwas Schräges mache. Aber das würde ich nie vor der Kamera. Und wenn ich fluche, ich schwöre es Dir, lege ich einen Piepston drüber."

Das ganze "iJustine"-Porträt in Technology Review online:

(bsc)