Telekom Austria: Rückzug aus Tschechien und der Slowakei
Zum 1. Dezember hat der Telekom Austria Konzern seine Tochtergesellschaften Telekom Austria Czech Republic sowie eTel Slovensko an die in beiden Ländern aktive Dial Telecom veräußert.
Der Telekom Austria Konzern (TA) zieht sich aus Tschechien und der Slowakei zurück. Zum 1. Dezember wurden die Tochtergesellschaften Telekom Austria Czech Republic sowie eTel Slovensko an die in den beiden Ländern tätige Dial Telecom veräußert. Der Kaufpreis wurde nicht bekannt gegeben, die bestehenden Marken sollen bis auf Weiteres fortgeführt werden.
Dial Telecom hat Internet- und Festnetz-Dienste bisher nur Businesskunden sowie Großabnehmern angeboten. Die unter der Marke Volný ("frei") auftretende Telekom Austria Czech Republic ist aber auch im Konsumentengeschäft tätig. Österreichischen Medienberichten zufolge zählte sie Ende 2007 135.000 Kunden und setzte in dem Jahr 30,6 Millionen Euro um.
Während die früher als Czech On Line bekannte Telekom Austria Czech Republic schon lange zum TA-Konzern gehörte, war die eTel-Gruppe erst im Frühjahr 2007 übernommen worden. Dabei wurde ein Ausbau der "Präsenz in Mittel- und Osteuropa" angekündigt, der aber innerhalb kurzer Zeit in einen Rückzug mündete. Die eTel-Gesellschaften in Ungarn und Polen wurden Anfang 2008 verkauft, die tschechische eTel-Tochter mit der nun veräußerten TA-Tochter verschmolzen. eTel Austria ist in der österreichischen Telekom Austria aufgegangen. Die Aufgaben der in Eschborn ansässigen deutschen eTel GmbH wurden vom Großhandelsbereich der Wiener TA-Zentrale übernommen. Mit der bevorstehenden Liquidierung der nunmehr inaktiven eTel GmbH wird das Kapitel eTel Group auch formal zu Ende gehen.
Siehe dazu auch:
- Telekom Austria darf Konkurrenten eTel übernehmen
- ETel-Übernahme durch Telekom Austria kommt vor Kartellgericht
- Regulierer: Telekom Austria behindert Wettbewerb
- Unmut über eTel-Übernahme durch Telekom Austria
- Telekom Austria will eTel kaufen
(Daniel AJ Sokolov) / (pmz)