Neue Essay-Reihe bei Technology Review
Die Online-Ausgabe des Technologiemagazins bringt künftig regelmäßig tiefergehende Betrachtungen zur Technik und ihren Auswirkungen. Erstes Thema: Die Effizienzrevolution.
Neue Technologien beherrschen mehr denn je den Diskurs über die Zukunft: Einerseits werden sie als unerlässliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Standortpolitik im globalen Wettbewerb propagiert, andererseits als Grundlage einer möglichen Dystopie von umfassender Kontrolle und Manipulation kritisiert. Dabei wird Technik meist als etwas Gegebenes, Sekundäres hingenommen, werden ihre Grundlagen und Entwicklungsspielräume selten ausreichend reflektiert.
Die Online-Ausgabe des Technologiemagazins Technology Review bringt deshalb ab sofort in loser Folge eine Reihe von Essays zur Technik. Den Anfang macht am Freitag ein Auszug aus dem Buch "Wir Schwätzer im Treibhaus", in dem der Schweizer Journalist Marcel Hänggi hart mit gängigen Vorstellungen zum Klimaschutz ins Gericht geht.
Eine davon lautet, dass eine Effizienzrevolution den Übergang zu einem nachhaltigen Wirtschaftssystem befördern würde. Die Wirtschaftsgeschichte zeigt jedoch, schreibt Hänggi, dass es meist ganz anders komme. Sein Lieblingsbeispiel: Vor hundert Jahren kam es zu einer veritablen kleinen Effizienzrevolution. Neue Glühbirnen, die mit Wolframfäden leuchteten, verbrauchten nur ein Viertel so viel Strom für dieselbe Leuchtkraft wie die alten Birnen mit Kohlenstofffäden. Elektrischer Strom wurde damals hauptsächlich zur Straßenbeleuchtung genutzt. Würde nun der Umsatz der Stromwirtschaft einbrechen? Die Sorgen waren umsonst: Weil Licht weniger kostete, wurde es zum Massengut; der Stromverbrauch stieg rapid an.
Das ganze Technik-Essay von Hänggi in Technology Review online:
(bsc)