Effizienter Wasserfilter von IBM

Forscher des IT-Konzerns nutzen Materialien aus der Chipfertigung, um Arsen aus Trinkwasser zu entfernen.

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Vielen Menschen auf der Welt fehlt der Zugang zu sauberem Trinkwasser. In Regionen wie Bangladesch müssen viele Millionen tagtäglich Wasser konsumieren, das Arsen enthält. Das kann zu vielfältigen Nervenschädigungen führen. Die Herstellung robuster Wasserfilter, die sowohl Salz als auch Arsen entfernen können, ohne dass dies zu viel Energie verbraucht, gilt seit Langem als technische Herausforderung. Forscher bei IBM haben nun ein Material entwickelt, das Trinkwasser deutlich effizienter reinigen soll. Es stammt ausgerechnet aus der Herstellung von Computerchips, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Polymer-Membran-Wasserfilter werden bereits seit den Siebzigerjahren verwendet. "Hier fehlt es auf Materialseite seit Langem an großen Innovationen", sagt Robert Allen, leitender Manager für den Forschungsbereich Chemie am IBM Almaden Research Center im kalifornischen San Jose. Die Technik hat ihre Probleme: Das dabei verwendete Chlor zum Abtöten von Krankheitserregern sorgt dafür, dass die Filter mit der Zeit unbrauchbar werden. Ebenso problematisch ist, dass sie zu schnell faulen und verstopfen, wenn mit Protein oder Öl verdrecktes Wasser mit Hilfe des Entsalzungsprozesses der Umkehrosmose durch sie hindurchgetrieben wird.

Die IBM-Forscher haben deshalb ein neuartiges Membran-Material entwickelt, das diesen Problemen widersteht, gleichzeitig aber auch Arsen aus dem Wasser holt. Es besteht aus Kunststoffen, die in Allens Labor und beim Tokioter Spezialanbieter Central Glass entstanden. Die dabei verwendeten chemischen Stoffe stammen ursprünglich aus der Chipfertigung. Die IBM-Forscher fanden heraus, dass sich aus dieser Zusammensetzung auch gute Wasserfilter herstellen lassen. Traditionelle Filter können nur rund 80 Prozent der schwersten Form der Arsenbelastung aus Trinkwasser entfernen, während der IBM-Filter im Test 95 Prozent erreichte.

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(bsc)