Bertelsmann schließt Arbeitsplatzabbau nicht aus
Der Medienkonzern hat ein umfangreiches Sparprogramm gestartet, weist einen Bericht über den Abbau von 10.000 Arbeitsplätzen aber als "Spekulation" zurück.
Der Bertelsmann-Konzern hat einen Bericht über einen bevorstehenden massiven Arbeitsplatzabbau als "Spekulation" zurückgewiesen. Das Branchenblatt Werben & Verkaufen (w&v) hatte unter Berufung auf Aufsichtsratskreise berichtet, der Medienriese werde bis Ende 2010 rund 10.000 Arbeitsplätze abbauen, etwa ein Zehntel der gegenwärtig Beschäftigten. Bertelsmann habe ein umfassendes Programm zur Kostenreduzierung gestartet, das von der Unternehmensberatung McKinsey begleitet werde.
Ein Konzernsprecher bestätigte gegenüber dpa geplante Sparmaßnahmen und die Beteiligung von Beratern, bezeichnete die Zahlenspiele aber als "Spekulation ohne Grundlage". Mit einem umfangreichen Kostensenkungsprogramm solle "die Ertragskraft des Unternehmens in der Krise" abgesichert werden, heißt es in einer Stellungnahme des Konzerns. Dazu sollen alle Unternehmensbereiche beitragen. Ein Personalabbau stehe zwar "nicht im Vordergrund", könne aber auch "nicht ausgeschlossen werden". McKinsey soll Ergebnisse der Kostenanalyse dem Handelsblatt zufolge noch im Juni vorlegen.
Konzernchef Hartmut Ostrowski hatte dem Unternehmen nach einem verlustreichen ersten Quartal striktes Haushalten verordnet: Es sollen mehrere hundert Millionen Euro gespart werden. Zu Bertelsmann gehören Unternehmen wie die RTL Group, das Verlagshaus Gruner + Jahr sowie der Dienstleistungskonzern Arvato. Zum Ende des ersten Quartals hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben 105.000 Mitarbeiter. (vbr)