Blindenschnittstelle fĂĽr Android
Google-Forscher arbeiten an einer Technik, mit der sich mittels akustischem und taktilem Feedback Anrufe tätigen und Kontakte auswählen lassen.
Die Minibildschirme vieler Handys geben Nutzern das Gefühl, als hätten sie eine Sehschwäche – insbesondere dann, wenn sie während der Bedienung gleichzeitig eine andere Tätigkeit vollführen müssen, beispielsweise Laufen oder Autofahren. Forscher bei Google experimentieren deshalb nun mit einer neuen Schnittstelle für das mobile Betriebssystem Android des Internet-Konzerns, bei der man gar nicht mehr hinschauen muss. Eine erste Demonstration gab es auf der Entwicklerkonferenz "I/O" in der vergangenen Woche zu sehen. Google-Wissenschaftler T.V. Raman zeigte, wie ein einfach in jede Anwendung integrierbares Interface aussehen könnte, das nur auf akustischem oder taktilem Feedback basiert, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
"Wir bauen eine Schnittstelle, die deutlich weiter geht als nur der Bildschirm", sagt der Forscher. Solche Techniken werden normalerweise für spezielle Zielgruppen wie Blinde entwickelt. Raman, der selbst sehbehindert ist, glaubt aber fest daran, dass von seinen Ideen auch Sehende profitieren: "Es geht nicht nur darum, Blinden zu helfen. Es geht darum, solche Geräte auch dann bedienen zu können, wenn man nicht direkt auf sie schauen kann."
Die Google-Forscher demonstrierten ihre Idee unter anderem beim Anwählen von Rufnummern und beim Durchsuchen von Kontakten. Ein Problem der meisten grafischen Schnittstellen sei, meint Raman, dass Knöpfe sich in einem für den Nutzer nicht erkennbaren festgelegten Bereich befänden, was unbequem sei, wenn man sie nicht erfühlen könne. Um das Problem zu lösen, erscheint das neue Google-Interface immer dann, wenn ein Finger den Bildschirm berührt – und zwar so, dass es sich beim ersten Kontakt sofort in der Mitte befindet.
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(bsc)