Apples Beats-Kauf: Analysten reagieren lauwarm

Mancher Wall-Street-Fachmann hält die 3 Milliarden Dollar, die Apple für den Kopfhörerspezialisten und Musikdienst ausgibt, für eine Fehlinvestition. Die Aktie des iPhone-Herstellers brach trotzdem nicht ein.

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Der in der letzten Woche bekanntgewordene Aufkauf von Beats durch Apple ist unter Börsenexperten auf ein geteiltes Echo gestoßen. Wie das Wall Street Journal meldet, sehen einige Analysten und Fondsmanager keinen großen Sinn in der drei Milliarden Dollar schweren Übernahme des Kopfhörerherstellers und Musikdienstes.

So meint etwa Dan Niles vom Hedgefonds AlphaOne, Aufkäufe von Hardwarefirmen wie Beats sei nicht das, "was wir sehen wollen". Investoren wollten lieber, dass iTunes besser monetarisiert werde.

Kursentwicklung der Apple-Aktie in den letzten Tagen.

(Bild: Yahoo Finance)

Benedict Evans, Partner bei Andreessen Horowitz, meint, dass Apples Anwerben des Beats-Gründers Jimmy Iovine "sicher nichts schaden" könne, aber das werde Apple nicht helfen, im TV-Geschäft erfolgreich zu sein. Sameet Sinha, Analyst bei B. Riley, ist sich nicht sicher, was Apple aus dem Deal gewinnen werde. Es sei schwierig, den Streaming-Bereich hochzuskalieren.

Trotz dieser eher lauwarmen Statements reagierte die Wall Street nicht ablehnend auf den Deal. Nach Bekanntgabe der Übernahme am 29. Mai gab es kaum einen Ausschlag, bevor die Papiere am 30. Mai weiter anzogen. Zum Börsenschluss gab es einen Rückschlag auf das Niveau des 29. Mai. Aktuell steht die Apple-Aktie an der NASDAQ weiterhin deutlich über 600 Dollar, am Freitag gingen die Anteilsscheine bei 633 Dollar aus dem Handel. (bsc)