Google Glass mit Imageproblemen: Beats-Designer glaubt nicht an Googles Computerbrille
Eine schlechte Wahrnehmung bei anderen Menschen könne dafür sorgen, dass Google Glass sich im Massenmarkt nicht durchsetzen werde, meint Robert Brunner, Experte für die Gestaltung von Wearables.
Googles Computerbrille Glass wird mittlerweile an jeden interessierten Menschen mit Wohnsitz in den USA abgegeben, der das notwendige Kleingeld hat – 1500 US-Dollar für ein noch unfertiges Produkt. Der Designer Robert Brunner, Gründer von Ammunition Group, glaubt aber nicht, dass es einen Massenmarkt für Glass gibt. Der Gestalter, der unter anderem lange Jahre für das Design der erfolgreichen Kopfhörer-Linie von Beats verantwortlich zeichnete, sieht vor allem Imageprobleme, wie er im Interview mit der Online-Ausgabe von Technology Review sagte.
"Ich bin schon gefragt worden, ob Google Glass ein Erfolg wird. Ich habe das Gerät dann mit dem Problem der Bluetooth-Headsets verglichen. Was ist mit dieser Wearable-Hardware passiert? Wurde die nicht sofort mit einer bestimmten Sorte Mensch assoziiert? Die Leute wurde zu einem 'Bluetool', wie wir es in Amerika nennen, zu einem Headset-Idioten."
Seine Wahrnehmung von Google Glass und der aktuell in den USA kursierenden "Glasshole"-Sache sei, dass man augenblicklich als arroganter Techno-Depp gelte, wenn man das Gerät trage. "Daran könnte Glass sogar scheitern, nur wegen dieser sozialen Konnotation. Daran sieht man, wie heikel dieser Kram ist."
Das Handgelenk sei für Wearables dagegen nicht ganz so heikel wie das Gesicht oder der Kopf. "Aber es ist auch nicht ohne. Wenn man damit den Mainstream erreichen will, muss man wohl eine Sache richtig hinbekommen: die Konnektivität. Denn, wie Sie wissen, sind Bluetooth-Geräte nicht 100prozentig zuverlässig. Wenn Sie ihre Smartwatch immer wieder neu anwerfen müssen, behalten Sie sie nicht."
Brunner selbst wird die Zukunft mit "iWatch" & Co. zumindest nicht bei Apple mitgestalten: Seit Beats von dem Konzern aus Cupertino übernommen wurde, ist er nicht mehr für die Gestaltung der Produkte der Kopfhörermarke verantwortlich.
Das Interview in Technology Review online:
(bsc)