Lieferbox für Pakete
Mit der Lockbox des gleichnamigen Berliner Start-ups sollen sich Pakete auch dann sicher zustellen lassen, wenn der Empfänger nicht zuhause ist.
Mit der Lockbox des gleichnamigen Berliner Start-ups sollen sich Pakete auch dann sicher zustellen lassen, wenn der Empfänger nicht zuhause ist.
Es ist seit vielen Jahren ein Standardärgernis für jeden Menschen, der bei einem Versender bestellt: Der Paketbriefträger kommt natürlich immer genau zu jenem Zeitpunkt, an dem man gerade nicht zuhause ist – und das ist bei Berufstätigen oftmals die Hälfte des Tages. Schließlich kann man sich ja auch nicht extra freinehmen, nur weil man mal wieder auf ein Päckchen von Amazon.de oder dem Otto-Versand wartet.
Im Endergebnis führt diese Misslichkeit dann regelmäßig zu einem langwierigen Marsch zur nächsten Postfiliale – oder, sind Hermes & Co. die Logistikunternehmen, zu einem assoziierten Paketshop, das ebenfalls selten in direkter Nähe ist. Als Alternative kann man nur darauf hoffen, dass freundliche Nachbarn die Sendung vielleicht doch entgegengenommen haben – und man natürlich auch den Abholschein vorfindet.
(Bild: DPD)
Das Berliner Start-up Lockbox will Abhilfe für dieses nervige Problem schaffen, das aufgrund des E-Commerce-Booms immer mehr Menschen plagt. Die Idee: Kunden sollen Pakete künftig auch dann sicher empfangen können, wenn sie nicht vor Ort sind.
Dazu bedient sich die junge Firma eines Tricks: Pakete sollen vom Paketboten vor der Haustür deponiert werden können, ohne dass ein leichter Diebstahl möglich wäre. Lockbox hat hierfür einen kleinen Anker entwickelt, der sich stabil unter der Wohnungstür anbringen lässt. In diesen schiebt der Paketbote dann bei seinem Besuch ein Sicherungsseil, das wiederum mit einer stabilen Kunststoffbox verbunden wird – eben der Lockbox. In dieser nun wieder steckt dann die Sendung. Ist der Kunde dann etwas später endlich zuhause, öffnet er die Wohnungstür mit seinem Schlüssel und kann den Anker lösen – und so auch das Sicherungsseil, das in einer Schlaufe um ihn liegt. So kommt er dann auch an den Inhalt der Lockbox und kann seine Sendung sofort entnehmen.
(Bild: Kochzauber.de)
Pro Lieferung kostet der Spaß allerdings 2,50 Euro, sollte der Shop nicht ein Partner von Lockbox sein und die Kosten übernehmen – aktuell tut das etwa der Lebensmittellieferant Kochzauber.de. Zudem funktioniert der Empfang derzeit nur mit dem Logistikunternehmen DPD und man muss stets eine spezielle Lockbox-Nummer neben die Empfängeradresse schreiben, damit der Paketversender auch weiß, dass die Sendung in eine Lockbox gehört und nicht in ein normales Päckchen.
Erstes Testgebiet für Lockbox war Berlin, wo seit April ein Probebetrieb lief. Angst, dass der Paketbote nicht in den Hausflur kommt, hat man bei Lockbox nicht wie Firmenmitbegründer Daniel Kraker von Schwarzenfeld gegenüber der Website fuer-gruender.de sagte. "Tatsächlich kommt man in erstaunlich viele Hausflure rein, wenn man mit einer Lieferung unterwegs ist. Im Testlauf hatten wir bisher noch keine Probleme." Sollte der Zugang aber wirklich versperrt sein, kommt der Paketbote am nächsten Tag wieder, da man nicht an Zeitfenster gebunden sei. "Am Folgetag klappt es mit einer Sicherheit von fast 100 Prozent."
(Bild: Lockbox)
Recht praktisch ist, dass man mit der Lockbox auch Retouren veranlassen kann - doch auch das kostet 2,50 Euro plus eventuelle Versandspesen, sollte nichts anderes vereinbart sein. Verbleibt eine Lockbox länger als 30 Tage beim Kunden, wird zudem ein Pfand berechnet.
Angst, dass die Lockboxen geklaut werden könnten, hat man bei dem Start-up nicht. Sie seien ja schließlich von außen nicht zu sehen. "Zudem kann ich nie wissen, was in der Box ist. Sollte es ein Smartphone sein, dann hätte ich als Dieb natürlich Glück, aber in der Regel handelt es sich um Ware, mit der die Diebe nichts anfangen können, wie Lebensmittel oder High Heels in Größe 37", so Kraker von Schwarzenfeld zu fuer-gruender.de.
Lockbox ist nicht der einzige Dienst seiner Art: Branchenprimus DHL montiert mittlerweile gleich ganze Paketbriefkästen bei Kunden, die Platz dafür haben – gegen eine Monatsgebühr. UPS und Co. wollen dem eine eigene Lösung entgegensetzen. (bsc)