Kernspintomographie am Unfallort: Forscher arbeiten an portablen MRT-Geräten

KĂĽnftig sollen schon am Unfallort Kernspin-Scans durchgefĂĽhrt werden, um festzustellen, ob schwere Gehirnverletzungen vorliegen. Es wird aber noch einige Jahre Zeit brauchen, bis die Technik einsatzbereit ist.

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Bei Unfällen lässt sich für Notfallhelfer nur schwer ermitteln, ob schwerwiegende Hirntraumata vorliegen. Eine neue Methode könnte das künftig ändern, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. US-Forscher haben dazu ein bildgebendes Verfahren, die Magnetresonanztomographie (MRT), aufgebohrt. Konventionelle MRT-Scans liefern qualitativ hochwertige Bilder der Gehirnstruktur und können Blutungen und physische Schäden feststellen, sind aber für solche Vorfälle ungeeignet, da sie die sogenannten freien Radikale nicht erfassen können, die vom Körper abgegeben werden.

Schnellere Diagnose am Unfallort

Nach traumatischen Hirnverletzungen können freie radikale – Moleküle, die sich bei der Verletzung bilden – gesundes Hirngewebe durch chemische und zelluläre Prozesse schädigen, die Schwellungen und Zelltod verursachen. Schon eine solche Schwellung kann weitere Verletzungen oder sogar den Tod hervorrufen.

Forscher experimentieren seit langem damit, freie Radikale mittels MRT zu erkennen, doch bislang war dies zu zeitaufwendig und bedurfte hoher Energiemengen, die wiederum zu einer nicht akzeptablen Erwärmung des Gewebes führen. Der Physiker Matt Rosen vom Massachusetts General Hospital hat MRT nun im Ansatz miniaturisiert. So werden kleinere Magnete verwendet, die effizienter und schneller arbeiten. Die Forschung könnte in einigen Jahren in portable MRT-Geräte münden.

In Notsituationen könnte das von Rosen vorgeschlagene portable MRT-Gerät die Schwere einer Hirnverletzung bestätigen und Ersthelfer somit anhalten, Antioxidanzien zu verabreichen, um die freien Radikale zu neutralisieren. Die Wirkung solcher Medikamente könnte dann in einem zweiten Scan beobachtet werden. Zudem würde das Verfahren Ärzten helfen, die Entscheidung zu fällen, ob sie die Schädeldecke öffnen sollen, um eine Hirnschwellung direkt zu bekämpfen.

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(bsc)