Sonnenstrompionier glaubt an Durchbruch bei Silizium-Solarzellen

Richard Swanson, Gründer von SunPower, rechnet damit, dass Solarenergie in zehn Jahren mit fossilen Energieträgern konkurrieren kann.

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Seit 30 Jahren ist der US-Solarkonzern SunPower mit dem Verkauf von Sonnenstromanlagen beschäftigt. Der Firmengründer Richard Swanson gab sich im Interview mit Technology Review nun optimistisch, dass die Technik in den kommenden zehn Jahren endlich zu fossilen Energieträgern aufschließen kann. "Wir sind verdammt nah dran", sagte er. Im Jahr 2000 sei eine großangelegte Studie noch zu dem Schluss gekomen, dass Solarmodule durchaus Kosten von unter einem Dollar pro Watt erreichen könnten. Damals habe man die Autoren noch für verrückt erklärt. "Mittlerweile unterschreiten wir dieses Kostenziel schon."

Allerdings seien die Solarzellenpreise nicht alles. "Die Solarmodule machen mittlerweile weniger als die Hälfte der Kosten einer Solaranlage aus." Beispielsweise sei es sehr teuer und zeitintensiv, jede Anlage an das jeweilige Dach anzupassen. "Einige Installateure automatisieren diesen Prozess mit der Hilfe von Satelliten."

Eine der spannendsten Entwicklungen sind Swansons Meinung nach auch sogenannte Mikroinverter, also die Elektronik, die den Stromoutput steuert. "Mit diesen kann man Solarmodule einfach irgendwo auf dem Dach platzieren." Das sei schon fast "Plug & Play". Der Solarpionier glaubt, dass klassische Siliziumzellen dem Markt noch länger erhalten bleiben. "Die Neuentwicklungen sind hier ziemlich toll. Panasonic, Sharp und SunPower selbst haben gerade neue Zellen angekündigt, die lange bestehende Wirkungsgradrekorde brechen."

Neben den Fortschritten bei den Solarzellen sei aber auch die Zwischenspeicherung des Stroms wichtig. Es brauche hier nicht nur bessere Akkus, sondern auch Wärmepuffer. "Ein Joker wäre auch die Möglichkeit, Batterien in Elektrofahrzeugen zur Speicherung von Sonnenstrom zu nutzen. Das könnte den Markt radikal umkrempeln."

Das Interview in Technology Review online:

(bsc)