Visite mit Google: Alternativanwendungen für Google Glass gesucht

Während längst nicht klar ist, ob Endkunden Googles Computerbrille annehmen, sind professionelle Nutzergruppen Glass nicht abgeneigt. Entwickler und Hacker haben sich längst auf das Gerät gestürzt und kommen fast wöchentlich mit neuen Anwendungen heraus.

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Google Glass
Google überlässt Marketing-Expertin Führung bei Datenbrille

Ein Computer mit Display, Internet, Mikrofon und Kamera, alles in einer Brille – Google Glass bietet Navigation, Foto- und Video-Aufnahmen, Telefonanrufe, das Verschicken von Nachrichten und Informationen zur Umgebung. Scharfe Kritik kommt von Datenschützern, bei Usern stößt Google Glass auf Begeisterung ebenso wie harsche Ablehnung.

Seit Mitte Mai ist die Google Glass nun in den USA für jeden zu kaufen. Doch die erste Faszination ist verflogen. Datenschützer warnen vor ihr als neuem Überwachungstool, Technikentwickler bemängeln die Ausstattung, Ästheten ein lächerliches Design. Für ihre Kritiker ist damit jetzt schon klar: Google Glass ist ein Fehlstart, und ein Triumphzug wird daraus nicht mehr.

Dennoch wird die Datenbrille mehr als eine Episode sein, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Entwickler und Hacker haben sich längst auf das Gerät gestürzt und kommen fast wöchentlich mit neuen Anwendungen heraus. Auch wenn Glass noch wie ein einfacher Prototyp wirkt, dessen Android-Betriebssystem und Akkulaufzeit trotz eines Updates im April beschränkt sind: Die Vorstellung, Daten abrufen zu können und zugleich die Hände frei zu haben, elektrisiert viele Branchen.

Ein Beispiel ist die Medizin. In US-Krankenhäusern experimentieren derzeit Ärzte mit der Datenbrille, um im Operationstraining Informationen über dem behandelten Körperteil einzublenden. Oder sie greifen auf Patientenakten zu, die bislang nur per Tablet-Rechner zugänglich waren. Dass der Glasbalken vor dem Auge eines Doktors den Patienten stören könnte, glaubt Karandeep Singh, Nierenfacharzt am Brigham and Women's Hospital in Boston, nicht. Das Datenschutzproblem haben die Ärzte dort auf ganz einfache Weise gelöst: Sie haben die Videofunktion deaktiviert.

Andere dagegen versprechen sich gerade von dieser Funktion einiges. Das Basketballteam der Indiana Pacers zeigt in einem eigenen Projekt, wie Glass ein Werkzeug für Bürgerreporter werden könnte. Sie testen eine Übertragung von Spielen aus Sicht der Zuschauer. Anfangs sollen Prominente einen Streaming-Kanal eröffnen dürfen, später auch Fans.

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(bsc)