Samsung bringt weltweit erstes Cat-6-Smartphone für LTE-A

Das neue Flaggschiff der Südkoreaner ist somit für 4G-Netze ausgelegt, die per Trägerbündelung bis zu 300 MBit/s in Empfangsrichtung liefern. Das schnelle Cat-6-Modem stammt von Qualcomm.

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Samsung hat sein Smartphone-Portfolio mit dem Galaxy S5 Broadband LTE-A erweitert. Als Besonderheit hat der Hersteller dem Gerät den Qualcomm-Chip Snapdragon 805 und das Qualcomm-Modem Gobi 9x35 spendiert. Damit gehört es zu den LTE-A-Geräten der Kategorie 6. Laut Qualcomm ist es das weltweit erste kommerziell erhältliche. Zunächst kommt es ab Juni in Südkorea in den Handel, wo die beiden Betreiber SK Telecom und LG Uplus ihre Netze bereits auf die erste von mehreren LTE-A-Stufen aufgerüstet haben. Mit dem Galaxy S4 in der Variante SHV-E330K/L/S hat Samsung zwar schon seit 2013 ein Smartphone mit LTE-A im Programm, aber das ist nur für maximal 150 MBit/s ausgelegt. Ob und in welcher Ausführung das S5 mit LTE-A-Ausstattung in Deutschland in den Handel kommt, ist noch offen.

Das LTE-A-Modem Gobi 9x35, das im neuen S5-Modell steckt, ist in 20-nm-Technik gefertigt und gilt als weltweit erstes Modem, das sich für die Trägerbündelung gemäß der Category-6-Spezifikation eignet. Es bringt zwei maximal 20 MHz breite Träger für bis zu 40 MHz zusammen. Laut Qualcomm ist es sowohl für die weltweit überwiegend eingesetzten FDD-LTE-Netze ausgelegt (Frequency Division Duplex), als auch für TDD (Time Division Duplex). Außerdem ist es abwärtskompatibel und für die in Europa üblichen Mobilfunkverfahren LTE, HSPA, UMTS, EDGE und GMS ausgelegt. An Bord sind aber auch CDMA, 1x/EVDO und TD-SCDMA.

Das erste Smartphone mit Cat-6-Modem an Bord: Samsung Galaxy S5 Broadband LTE-A bündelt zwei je 20 MHz breite Träger für bis zu 300 MBit/s in Empfangsrichtung.

In Europa haben die Schweizer Swisscom, die französische Bouygues Telecom und die niederländische KPN erst kürzlich angekündigt, ihre Netze ebenfalls auf LTE-A aufzurüsten. Nur die Swisscom will aber bis zu 300 MBit/s liefern, Bouygues will in der ersten Ausbaustufe nur bis 225 MBit/s liefern. Unter den ersten Geräten, die Bouygues angekündigt hat, finden sich zunächst nur Router, beispielsweise der mobile Router Huawei E5786. In Deutschland arbeiten alle Netzbetreiber ebenfalls an LTE-A. Einen ersten Testlauf mit bis zu 600 MBit/s hat die Telekom gemeldet.

Wer sich fragt, warum es bisher keine Cat-5-Geräte gibt: Cat-5-Modems sind für maximal einen Träger ausgelegt, der nicht mehr als 20 MHz breit sein darf. Sie erreichen zwar ebenfalls 300 MBit/s brutto, aber dafür setzen sie eine höherwertige Modulation und erweiterte MIMO-Konstellationen ein (64QAM und 4x4-MIMO-Technik). Für 4x4-MIMO sind vier Antennen erforderlich, die bei aktueller Bauweise in einem Smartphone kaum unterzubringen sind. Außerdem nehmen 4x4-MIMO-Chipsätze deutlich mehr Energie auf, sodass man sie am ehesten stationäre Router als Cat-5-Geräte vorstellen kann.

Modem-Hersteller könnten in Cat-6-Geräten zwar ebenfalls 4x4-MIMO einsetzen, greifen aber bisher eher zur 4x2MIMO-Konfiguration bei doppelt breitem Spektrum, also 40 MHz per Trägerbündelung. In Uplink-Richtung liefern Cat-6-geräte brutto bis zu 51,0 MBit/s. (dz)