Zu viel Strom fürs Dope: Cannabis-Anbau soll klimafreundlicher werden
In einigen US-Bundesstaaten ist der Konsum weicher Drogen (teil)legalisiert worden. Der Cannabis-Anbau verbraucht jedoch sehr viel Energie. Nun suchen Forscher nach Methoden, um ihn klimafreundlicher zu gestalten.
Der Anbau von Hanfpflanzen zur Erzeugung von Marihuana ist ein schmutziges Geschäft – selbst dann, wenn er erlaubt ist. Der Grund: Diese Art von "Gebäude-Landwirtschaft" benötigt sehr viel Strom. Energieversorger und Wissenschaftler in den USA überlegen bereits, die Produktion so umzugestalten, dass sie nicht zu Lasten von Energieverbrauch und Klima geht, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
Natürlich lassen sich die Hanfpflanzen auch im Freien kultivieren. Doch Angst vor Dieben und Sorge um widriges Wetter veranlassen Cannabis-Anbauer dazu, ihre Zucht ins Gebäudeinnere zu verlegen. Dort ist der Anbau aber etwa so energieintensiv wie der Betrieb eines Rechenzentrums. Ein Drittel des Stromverbrauchs geht auf die Tageslicht-Lampen, unter denen die Pflanzen wachsen. Belüftung, Heizung, Luftentfeuchter und Klimaanlagen verbrauchen die weiteren zwei Drittel.
Xcel Energy, einer der größten Energieversorger von Colorado, lässt bereits Cannabis-Anbaustätten inspizieren, um den Strombedarf zu ermitteln. Das Unternehmen arbeitet an einem Rabattprogramm, mit dem den Anbauern der Einsatz energieeffizienterer Technologien schmackhaft gemacht werden soll. "Wir wissen, dass der Anbau in Gebäuden hinsichtlich Größe, Umfang und Anbaumethoden stark variiert, deshalb stellen wir jetzt erst einmal die erforderlichen Daten zusammen", sagt Xcel-Sprecher Gabriel Romero.
Dabei ist der bloße Austausch von klassischen Glühbirnen durch Energiespar- oder LED-Lampen noch die einfachste Aufgabe. Professionelle Cannabis-Anbauer sollten sich bei LED-Lampen auch Gedanken über die Wellenlängen des abgestrahlten Lichts machen, sagt Tessa Pocock vom Rensselaer Polytechnic Institute (RPI). Denn die hätten einen Einfluss auf das Wachstum der Pflanzen.
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(bsc)