Neues Rotorendesign fĂĽr Windkraftanlagen

Aktuelle Windkraftanlagen setzten auf drei Blätter, doch die Industrie interessiert sich für andere Designs. Windkraftanlagen mit nur zwei Blättern könnten vor einem Comeback stehen, wenn es nach chinesischen und europäischen Firmen geht.

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Offshore-Windkraftanlagen sind teuer: Montage und Transport machen die Stromerzeuger im Schnitt doppelt so teuer wie ihre Brüder an Land. Um hier Geld zu sparen, versuchen mehrere Hersteller nun, ein altes Prinzip bei den Windmühlen wiederzubeleben, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe: Rotoren mit zwei statt mit drei Blättern.

Windkraft mit zwei Rotoren.

(Bild: Ming Fang)

Der chinesische Hersteller Ming Yang Wind Power, immerhin neuntgrößter Windkraftanlagenbauer der Erde, kündigte kürzlich den bislang umfangreichsten Test des aufgefrischten Zweiblattdesigns an. Die Firma will eine Anlage mit insgesamt sechs Megawatt in China bauen, die so viel Energie wie die größten kommerziellen Offshore-Systeme produzieren kann. Eine weitere soll dann schon im nächsten Jahr in norwegischen Gewässern entstehen.

Zweiblättrige Systeme sind schon allein deshalb billiger, weil sie einen geringeren Materialaufwand bedeuten. Ein weggelassenes Blatt macht den Rotor leichter, was es wiederum erlaubt, ihn an der windabgewandten Seite des Turms anzubringen. Dadurch müssen sie weniger starke Kräfte aushalten, als das bei dreiblättrigen Rotoren der Fall wäre.

Leichte und flexible Rotoren erlauben weitere Einsparungen etwa bei Turm, Fundament und Getriebe. Der Ming-Yang-Prototyp mit einem Rotordurchmesser von 140 Metern, dem Getriebe und dem Generator soll bei sechs Megawatt Leistung nur 308 Tonnen wiegen, rund 40 Tonnen weniger als konventionelle Offshore-Anlagen vom MarktfĂĽhrer Siemens.

Damit Windkraft mit zwei Rotorblättern sich durchsetzen kann, müssen allerdings noch früher vorhandene, technische Probleme gelöst werden. Dazu gehört, dass die flexiblen Blätter unter bestimmten Windbedingungen abspringen und den Turbinenturm treffen können. Genau das sorgte auch dafür, dass vor 12 Jahren der Versuch der Firma Wind Turbine Company, das Design wieder in den Markt zu drücken, scheiterte. Zudem sind zweiblättrige Windkraftanlagen lauter, was im Offshore-Bereich allerdings kein direktes Problem darstellt.

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(bsc)