Android L unterstützt USB-Audiogeräte
Bisher tun sich Zubehörhersteller auch deswegen so schwer mit Android-Geräten, weil es keine einheitliche Möglichkeit gibt, den Sound anders als per Analog-Klinkenstecker herauszubekommen. Das soll Android L ändern.
Die nächste Android-Version "L" bringt USB-Soundtreiber mit und ermöglicht somit das Anschließen von USB-Soundkarten und von Zubehör mit integriertem USB-Sound. Das geht daraus hervor, dass ein Android-Mitarbeiter einen Bugreport zu dem Thema geschlossen hat, wie das Blog Androidpolice herausgefunden hat. Ein Test im c't-Labor mit einem Nexus 7 bestätigt das, zeigt aber auch, dass die Unterstützung für USB-Soundchips noch nicht perfekt arbeitet.
(Bild: Behringer)
Wir haben zwei Soundboxen angeschlossen, die Behringer U-Control UCA222 und ein Noname-USB-Stick. Das Tablet hat beide erkannt und laufende Musik beim Einstöpseln (per OTG-Kabeladapter) automatisch aufs USB-Gerät umgeleitet. Allerdings traten auf dem UCA222 Knackser auf; Stimmen klangen unnatürlich verzerrt, als wären sie mit zu niedriger Geschwindigkeit abgespielt. Die Noname-Box knackste nicht, aber Stimmen klangen ebenfalls nicht gut. Die Lautstärke ließ sich am Tablet nicht einstellen, sondern die Soundausgabe nur komplett ausschalten. [Update 9.7.] Das allerdings noch nicht offiziell unterstützte Nexus 4 erkannte die beiden USB-Soundchips nicht; es funktionierten aber auch keine USB-Sticks. [/Update] Ein Nexus 5 stand uns kurzfristig nicht für einen Test zur Verfügung.
In c't 5/2013 hatten wir USB-Soundkarten (und andere USB-Geräte) an verschiedenen Android-Geräten ausprobiert. Von den getesteten Tablets und Smartphones spielte nur das HTC One X+ Musik per USB, häufiger fanden wir die nötigen Treiber bei den HDMI-Sticks mit Android.
Wozu USB-Sound
Eine einheitliche Audioschnittstelle für Android-Geräte gibt es nicht, abgesehen vom Klickenstecker mit seinem analogen Stereosignal. Die Buchse liegt bei jedem Gerät woanders, sodass universelle Docking-Stationen mechanisch kaum zu konstruieren sind. Tatsächlich nutzen einige Android-Docks von Fremdherstellern Bluetooth zur Audioausgabe; über USB werden die Geräte dann nur mit Strom versorgt. Möglich ist auch, das Android-Gerät quasi nur als USB-Stick zu missbrauchen, wobei das Dock (oder die angeschlossene Stereoanlage) die Musikdateien ohne Mitwirkung von Android selbst abspielt.
Einige Android-Geräte geben Sound zusammen mit Video per HDMI und DisplayPort – beziehungsweise deren USB-Stecker-Varianten MHL und SlimPort/MYDP – aus, was für einige Anwendungsfälle ausreichen mag.
Für Android Auto ist übrigens weder USB-Audio noch MHL/SlimPort notwendig: Das Smartphone nutzt dabei zwar Monitor und Lautsprecher des Autos zur Ausgabe, doch die sind nicht direkt ansteuerbar, sondern die Kommunikation zwischen Smartphone und Auto findet über eine API statt. (jow)