Mt. Gox: Domain "Bitcoins.com" soll versteigert werden
Die Domain Bitcoins.com soll unter den Hammer kommen: Der derzeitige Besitzer Mark Karpeles, Chef der Pleite-Börse Mt. Gox, will die Erlöse zum Teil auch an Gläubiger der Bitcoin-Börse ausschütten.
(Bild:Â dpa, Kimimasa Mayama)
Mark Karpeles, ehemals Chef der spektakulär untergegangenen Bitcoin-Börse Mt. Gox, lässt die in seinem Besitz befindliche Domain Bitcoins.com versteigern. Die Auktion soll am 24. Juli stattfinden, zuvor können Bieter beim verantwortlichen Auktionshaus Heritage Auctions Onlinegebote abgeben. Das Startgebot liegt bei 185.000 US-Dollar, insgesamt soll die Auktion 750.000 US-Dollar einbringen.
Laut Bericht von Forbes will Karpeles rund die Hälfte des Verkaufserlöses an die Schuldner von Mt. Gox weiterreichen. Die andere Hälfte soll seinem Unternehmen Tibanne zu Gute kommen, das als Betreibergesellschaft von Mt. Gox fungierte, aber nicht Teil des Insolvenz-Verfahrens der Börse ist. Derzeit enthält die Domain Erklärungstexte zum Thema Bitcoin, die offenbar länger nicht mehr aktualisiert wurden – unter anderem empfehlen sie den Kauf von Bitcoins über Mt. Gox.
Die Börse musste Anfang des Jahres sowohl in Japan wie auch den USA Insolvenz anmelden – laut Angaben von Karpeles sollen Unbekannte 850.000 Bitcoins über Ausnutzung einer Lücke entwendet haben. Dabei präsentierte Karpeles kurz nach dem Bankrott überraschend 200.000 Bitcoins, die er in "alten Wallets" entdeckt haben will.
Einbruch bei Mt. Gox
Zur Auktion hatte sich Karpeles bereits in einem Gespräch mit dem Wall Street Journal Ende Juni geäußert. Der japanische Insolvenzverwalter von Mt. Gox werde demnach ein Auge auf die Verwendung der Erlöse haben. In dem Interview entschuldigte sich Karpeles außerdem für den Zusammenbruch der Börse und sprach von Managementfehlern und zu schnellem Wachstum der Börse. Bezüglich der verlorenen Bitcoins ging er davon aus, dass keine mehr gefunden werden.
Neben dem angeblichen Diebstahl durch Ausnutzung der sogenannten Transaction Malleability soll es auch Einbrüche in die Büroräume der Börse gegeben haben, ferner soll mindestens ein Angestellter vertrauliche Daten gestohlen haben. Die Polizei Tokio ermittelt in dem Fall, war dem Wall Street Journal zufolge aber zu keinem Kommentar bereit.
Ende Mai wurde bekannt, dass Karpeles Unternehmen Tibanne auch die 2012 eingetragenen Markenrechte am Wort "Bitcoin" abstoßen will. Bislang sind jedoch keine konkreten Verkaufsversuche bekannt geworden – Kommentatoren halten es auch für fraglich, ob Ansprüche aus der Wortmarke überhaupt durchsetzbar wären. (axk)