Ein Stift zum dreidimensionalen Zeichnen – mit kalter Tinte

Stifte, mit denen man sich kleine Kunststofffiguren basteln kann, gibt es mittlerweile einige. Die Variante von CreoPop hat einen signifikanten Vorteil: Sie muss kein Plastik erhitzen.

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Es muss nicht immer ein waschechter 3D-Drucker sein. Auch mit sogenannten Doodlern lassen sich dreidimensionale Objekte aus Kunststoff erstellen, bei denen – zumindest mit ausreichend Geschick – der Fantasie wenig Grenzen gesetzt sein sollen. Während beim 3D-Druck ein Computer stur nach Dateivorgabe arbeitet, muss bei Doodlern aber reine Handarbeit her. So kann man sich mit etwas Mühe kleine Figuren zusammenbauen oder – mit mehr Talent – auch das ein oder andere Kunststoffersatzteil für kaputt gegangene Geräte basteln.

Größter Nachteil der Doodler bisher: Die Geräte, die wie etwas zu dick geratene Stifte aussehen, setzen ähnlich wie 3D-Drucker auf Kunststofffäden, die in ihrer Rohform hart sind, damit man sie in die Hardware einfüttern kann. In der Spitze des Doodlers werden sie dann bei bis zu 250 Grad Celsius verflüssigt und härten sofort wieder aus, nachdem man den gewünschten Arbeitsschritt getätigt hat. Das hat den Nachteil, dass das zu bearbeitende Objekt recht warm wird, was gefährlich sein kann – Kinder sollten daher die Finger von den Geräten lassen. Zudem verursachte die Verflüssigung unangenehme Gerüche.

Der CreoPop des gleichnamigen Herstellers aus Singapur arbeitet anders, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Die verwendete Kunststofftinte in dem 3D-Stift, die es in diversen Farben gibt, besteht aus einem Photopolymer, das aushärtet, sobald es mit ultraviolettem Licht bestrahlt wird. Selbiges erfolgt an der Spitze über eine UV-LED. Die Phase, die das Aushärten dauert, reicht aus, damit man mit dem Stift ähnlich genau arbeiten kann wie mit traditionellen 3D-Doodlern.

Der ab 100 US-Dollar erhältliche CreoPop war ein Hit auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter – über 125.000 Dollar kamen zusammen. Das Gerät soll im Frühjahr des nächsten Jahres auf den Markt kommen.

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(bsc)