Denn sie wissen, was Du tust
Marc Elsbergs neuer Roman "Zero" handelt von einer Internetfirma, die mehr über uns weiß als wir selber. Soweit von der Realität entfernt ist das nicht.
Marc Elsbergs neuer Roman "Zero" handelt von einer Internetfirma, die mehr über uns weiß als wir selber. Soweit von der Realität entfernt ist das nicht.
In London verfolgt ein Jugendlicher einen Kriminellen, den er per Datenbrille entdeckt hat, und wird von ihm erschossen. Adam hat die Aufnahmen live auf sein Freemee-Profil hochgeladen. Doch warum hat er trotz Warnung im Display nicht auf die Polizei gewartet? Und welches Spiel treibt die Social-Media-Plattform Freemee, die Adam für ein Experiment ausgewählt hatte?
Sie liefert ihren Nutzern ausgewählte Selbstoptimierungstipps anhand ihrer Daten, die sie pausenlos mit dem Handy, Smartwatch, Fitnesstracker und Datenbrille aufzeichnet. Doch im Verlauf des Thrillers wird es immer unheimlicher, wie genau Freemee weiß, was seine Nutzer gerade tun und vor allem tun werden. "Schöne neue Welt" lässt grüßen. Mit im Schlamassel stecken auch Adams Freundin Viola und ihre Mutter Cynthia – eine Journalistin, deren Datenbrille Adam trug.
Kann die anonyme Aktivistengruppe Zero helfen, die massiv vor solchen Diensten warnt? Sie wird vom FBI gejagt, weil sie für mehr Publicity Drohnen ins Feriendomizil des US-Präsidenten gelenkt und das Video live übertragen hat. "Zero" ist nach "Blackout" Elsbergs zweites Werk. Ein kreativer Plot und solide Kenntnisse über moderne Technologien und ihre Auswirkungen machen das Buch zur packenden Lektüre.
Marc Elsberg: "Zero", Blanvalet, 480 Seiten, 19,99 Euro (bsc)