MIT-Forscherin entwickelt Familienroboter

"Jibo" soll Fotos schieĂźen, Nachrichten weiterleiten oder Smart-Home-Komponenten steuern. Hinter dem Projekt steht die renommierte "Social Robotics"-Expertin Cynthia Breazeal.

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Auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo läuft gerade ein ganz besonderes Projekt: Jibo soll der "erste Familienroboter der Welt" sein. Von den gewünschten 100.000 US-Dollar wurde bislang schon fast das Zehnfache eingeworben. Hinter dem Projekt steckt die bekannte MIT-Robotik-Forscherin Cynthia Breazeal. Im Interview mit Technology Review erläuterte sie, wobei es ihr bei dem Vorhaben geht. "Ich und mein Team bauen schon seit vielen, vielen Jahren soziale Roboter. Sie waren normalerweise als Forschungssysteme konzipiert – extravagante, teure, launenhafte Maschinen. Mittlerweile sind wir so weit, einen sozialen Roboter zu einem Preis herstellen zu können, der tauglich für den Massenmarkt ist."

Jibo hat weder Arme noch kann er sich fortbewegen. Allerdings verfügt er über einen in seinen runden Kopf eingelassenen Bildschirm, kann seinen "Hals" bewegen, hört über ein 360-Grad-Mikrofon zu und verfügt über zwei HD-Kameras, mit denen Fotos geschossen und Videokonferenzen durchgeführt werden können. Jibo hat zudem über die Möglichkeit, sich an die Nutzergewohnheiten anzupassen und übernimmt den Job eines persönlichen Assistenten etwa für Erinnerungen.

Breazeals Familienroboter lässt sich per Spracheingabe steuern. Allerdings handelt es sich nicht um ein total offenes System, wie man es etwa von Siri oder Google Now auf Smartphones kennt. "Eine der großen Lehren, die wir aus der KI-Forschung gezogen haben, ist die Tatsache, dass es hilfreich ist, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren, um eine möglichst gute Nutzererfahrung für genau diese zu liefern." Die Spracherkennungs- und Sprachverarbeitungsfähigkeiten, über die Jibo verfügt, seien deshalb genau auf seine Fähigkeiten zugeschnitten.

Ganz billig ist der Spaß nicht: Für die "Home Edition" waren auf Indiegogo mindestens 500 Dollar zu zahlen, wer Zugriff zum SDK haben will, musste 600 Dollar locker machen. Später wird das System noch etwas teurer. Frühestens zu haben ist Jibo ab September 2015, in größeren Stückzahlen ab 2016.

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