Timex-Smartwatch läuft auch ohne Smartphone
Während Timex seine gemeinsam mit Qualcomm und AT&T entwickelte Smartwatch mit eigener mobiler Datenverbindung angekündigt hat, sind weitere Details zu Motorolas runder Androidwear-Uhr bekannt geworden.
Zunächst dominierten Startups wie Pebble und I'm SpA den Smartwatch-Markt, mittlerweile geben vor allem große Elektronikkonzerne wie Samsung, Sony und LG den Ton an. Uhrenhersteller hielten sich bislang hingegen eher bedeckt. Dies soll sich nun ändern: Timex bringt nach Medienberichten im Herbst seine erste Smartwatch namens "GPS One+" zum Listenpreis von 400 US-Dollar auf den US-Markt.
(Bild:Â Timex)
Der Namenszusatz "Ironman" zeigt, dass das Modell in die Sportuhren-Serie des Unternehmens eingegliedert wird. Passend dazu ist die Uhr laut Hersteller 50 Meter wasserdicht und hat einen GPS-Empfänger eingebaut. Zudem soll sie die Herzfrequenz des Anwenders beim Sport erfassen können – wobei die Darstellungen widersprüchlich sind, ob dies über einen integrierten Pulsmesser oder über einen separaten Brustgurt geschieht. [Update: Mittlerweile ist bekannt, dass es sich um einen Brustgurt handelt.] Die mit einem 4 GByte großen Speicher ausgerüstete GPS One+ ist weiterhin in der Lage, Musik über ein per Bluetooth gekoppelten Kopfhörer abzuspielen, womit sie endgültig an Adidas' "smarten Sportuhr" miCoach Smart Run erinnert.
(Bild:Â Timex)
Immer online
Allerdings baut die Timex-Uhr eine eigene mobile Datenverbindung auf und benötigt somit für den Zugriff auf Online-Dienste im Unterschied zu fast allen heutigen Smartwatches kein Smartphone als Partner. Eine Handy-Uhr wie die von Pearl vertriebene Simvalley AW-414, mit der man ab Werk auch telefonieren kann, ist die GPS One+ jedoch nicht. Zudem scheint es aktuell so, dass sich die in Zusammenarbeit mit AT&T entwickelte Uhr nur im Netz des Providers einsetzen lässt. Im Dienst ist einen Notfall-Service eingeschlossen, der auf Knopfdruck die aktuelle Position an frei wählbare Kontakte schickt. Im Kaufpreis soll der Internetzugang für ein Jahr enthalten sein; unbekannt ist aktuell, wie hoch die monatlichen Gebühren danach sind. Der Einsatz des US-Modells in Deutschland dürfte zudem problematisch werden.
Ebenfalls keine Angaben machte Timex bislang zur Laufzeit. [Update: Nach unbestätigten Angaben soll die Laufzeit mit dauerhafter Internetanbindung, aber ohne GPS rund 3 Tage betragen]. Klar ist nur, dass ein farbiges Mirasol-Display von Qualcomm zum Einsatz kommt, das man auch schon in Qualcomms eigener Smartwatch Toq findet und das immer eingeschaltet ist. Mirasol besteht aus einem Feld mikromechanischer Metallmembrane, mit denen durch gezielte Interferenzen ein Bild erzeugt wird. Diese farbigen Mobildisplays arbeiten rein reflektiv und sind bistabil, behalten ihren Bildinhalt also auch nach Wegfall der Ansteuerspannung. Am ehesten kann man daher von einem farbigen ePaper-Display sprechen, das schnell genug ist, um darauf etwa auch Videos abzuspielen. Das Mirasol-Displays benötigt nach Entwicklerangaben nur etwa ein Viertel der Energie herkömmlicher LCDs. Ein Nachteil der Technik ist jedoch die fehlende Hintergrundbeleuchtung; das Display der Toq wird vielmehr aus Knopfdruck von mehreren kleinen LEDs angestrahlt.
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Und schließlich finden sich keine Angaben zum Betriebssystem, Android Wear kann aufgrund der veröffentlichten Abbildungen und der fehlenden Spracheingabe aber ausgeschlossen werden. Das ist nicht zuletzt deshalb interessant, weil Google mit der Einführung des Wearables-Betriebssystem auch die klassischen Uhrenhersteller ansprechen wollte. Zuletzt war Timex zudem gerüchteweise mit Apples nicht einmal offiziell angekündigter iWatch in Verbindung gebracht worden.
Moto 360
Neuigkeiten zu einer Androidwear-Uhr gibt es aber dennoch: So sind auf einer italienischen Website Bilder der Motorola Moto 360 aufgetaucht. Zu sehen sind darauf unter anderem die Ladeschale fĂĽr die runde Uhr, die ein drahtloses Laden des Uhrenakkus erlaubt, sowie ein eingebauter Pulsmesser. Wie aktuelle Samsung-Smartwatches wird die Moto 360 ĂĽber optoelektische Sensoren auf der Unterseite den Blutstrom des Anwenders erfassen und daraus die Herzfrequenz ermitteln.
Laut Aufdruck ist die Uhr gemäß Schutzart IP67 staubdicht und gegen zeitweiliges Untertauchen (bis maximal 1 Meter Wassertiefe für maximal 30 Minuten) geschützt. Beim Schwimmen (oder auch nur zum Duschen) sollte sie folglich nicht getragen werden. (nij)