Reflecta 10T: 137 Megapixel aus Kleinbild-Dias
Mit dem neuen Filmscanner 10T bricht Reflecta zumindest auf dem Papier alle Auflösungsrekorde. Die optische Auflösung von satten 10.000 spi ist ein Spitzenwert, den nicht einmal sündteure Trommelscanner toppen können. Wir haben nachgeprüft, ob der Reflecta 10T hält, was seine Eckdaten versprechen.
- Sascha Steinhoff
In c't Digitale Fotografie 03/2014 hatten wir einen umfangreichen Vergleichstest von Filmscannern. Mit dabei war der Reflecta ProScan 7200, der auch recht gut abgeschnitten hatte. Für dieses Modell präsentierte Reflecta wenig später mit dem Reflecta ProScan 10T einen Nachfolger. Die technischen Daten des 10T sind spektakulär. Verglichen mit dem Vorgänger steigt die optische Auflösung von nominell 3600 spi auf 10.000 spi. Zum Vergleich: Ein Kleinbildscan mit voller Auflösung hat dann eine Auflösung von rund 137 Megapixeln. Der ProScan 10T ist damit zumindest auf dem Papier der Filmscanner mit der aktuell höchsten Auflösung auf dem Markt. Wenn die Gerüchte stimmen, wird es demnächst von Reflecta möglicherweise einen weiteren Filmscanner mit 10.000 spi geben.
Reflecta ProScan 10T: Filmscanner mit 10.000 spi Rekordauflösung (8 Bilder)

Manueller Filmtransport
(Bild: Reflecta)
Lieferumfang und Zubehör
Optisch unterscheiden sich der 10T und sein Vorgänger nur durch die auf dem Plastikgehäuse aufgedruckte Typenbezeichnung. Die Haptik des Geräts ist einfach, optisch erinnert es an eine etwas zu groß geratene Butterbrotdose. Der Straßenpreis für den 10T liegt derzeit bei nur rund 400 Euro und da sind die Scansoftware und Adobe Photoshop Elements 12 auch schon inklusive. Für ambitionierte Anwender ist die mitgelieferte Scansoftware Cyberview X allerdings weniger geeignet. Sie bietet eher rudimentäre Funktionen. Scannen macht damit wenig Spass. Wir haben den 10T daher zusätzlich unter SilverFast 8 getestet. Unter SilverFast 8 kann man im Gegensatz zu Cyberview X den Scanner per IT8-Target individuell kalibrieren. Dieser Aufwand lohnt sich, denn die Scans von Cyberview X sind stark farbstichtig. Mit SilverFast ist die Farbdarstellung des 10T sichtbar besser. Im Bundle mit dem Scanner kostet die Vollversion SilverFast Ai allerdings rund 250 Euro Aufpreis.
Handhabung und Betrieb
Zum Scannen legt man die Dias oder Negative in die mitgelieferten Plastik-Filmhalter ein. Sowohl der Filmstreifenhalter, als auch der Diahalter sind nur für Kleinbildvorlagen geeignet. Andere Formate kann der 10T nicht verarbeiten. Mangels motorischem Filmtransport schiebt man zwischen den Scans den Halter einfach zum nächsten Bild. Diese Lösung ist nicht sonderlich elegant, aber in der Praxis völlig ausreichend und zudem fehlerunanfällig. Eine brauchbare Stapelverarbeitung ist mit diesem Ansatz natürlich nicht möglich, der Scanner braucht also immer menschliche Zuwendung. Wer die Rekordauflösung von 10.000 spi ausnutzt, produziert entsprechend riesige Scandateien. Ein Kleinbilddia als 48-Bit-TIFF liegt dann bei ungefähr 750 Megabyte. Wer 64-Bit-Rohdaten inklusive Infrarotkanal speichert, wie beispielsweise HDRi-Daten bei SilverFast, knackt auch schon mal die Gigabyte-Grenze. Wohlgemerkt, hier geht es nur um den Speicherplatzbedarf für die fertige Datei eines einzelnen Kleinbildscans!