Reflecta 10T: 137 Megapixel aus Kleinbild-Dias

Seite 3: Gemessene vs. versprochene Auflösung

Inhaltsverzeichnis

Den spannendsten Aspekt des 10T, also seine hohe Auflösung, haben wir natürlich auch untersucht. Als Testverfahren haben wir die Schärfebestimmung mit einem USAF 1951 Testtarget vorgenommen. Die Entscheidung, ob eine bestimmte Auflösungsstufe gerade noch erreicht oder schon knapp verfehlt wurde, muss subjektiv getroffen werden. Absolut genau ist das Verfahren also nicht, es gibt aber einen guten Anhaltspunkt wie ein Scanner einzuordnen ist. Weil der Scanner, wie in diesem Preisbereich inzwischen leider üblich, keinen Autofokus hat, kann die erzielbare Auflösung von Dia zu Dia variieren. Durch unterschiedlichen Rahmendicken und Filmwölbungen sind ohne Autofokus Abweichungen vorprogrammiert.

Die im Datenblatt des Reflecta 10T angegebenen 10.000 spi sind keine interpolierte, also keine künstlich hochgerechnete Auflösung. Es handelt sich vielmehr um die nominelle optische Auflösung, also um die Auflösung, mit der der Scanner die Vorlage tatsächlich abtastet. Mit der effektiven Auslösung, also der Auflösung die der Scanner dann tatsächlich erreicht, stimmt dieser Wert aber nicht zwingend überein. Der Vorgänger ProScan 7200 hatte bei einer nominellen Auflösung von 3600 spi noch eine effektive Auflösung von 2597 spi. Hier klafften die angegebenen Leistungsdaten und der tatsächlich erreichte Wert also nicht allzuweit auseinander. Beim Reflecta 10T ist das anders. Die nominelle Auflösung von 10.000 spi verfehlte unser Scanner recht deutlich, wir maßen 3649 spi bei voller Auflösung. Verglichen mit dem Vorgänger hat sich die Auflösung also beachtlich verbessert.

Der Preis, den man dafür zahlt, ist aber sehr hoch. Man muss unnötig aufgeblähte Riesendateien erzeugen. Die kann man nachträglich per Photoshop zwar wieder herunterrechnen, die langen Scanzeiten bei 10.000 spi sind aber ein echtes Ärgernis. Deutlich flotter arbeitet der Scanner bei 5000 spi, allerdings liegt hier die effektive Auflösung mit 3251 spi ein wenig niedriger. Beim Scan mit 2500 spi entspricht die effektive Auflösung mit 2299 spi beinahe dem nominellen Wert.