Dritter Streiktag bei Amazon

Bei Amazon in Deutschland wird nun schon den dritten Tag infolge gestreikt, am Mittwoch haben sich weitere Beschäftigte angeschlossen. Eine Einigung in der Tarifauseinandersetzung mit Verdi ist aber trotzdem nicht in Sicht.

vorlesen Druckansicht 299 Kommentare lesen
Lesezeit: 1 Min.
Von
  • dpa
Verdi vs. Amazon
Amazon

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und Amazon liegen in Deutschland seit langem im Streit über den Tarifvertrag für die Beschäftigten: Die Gewerkschaft will für die Mitarbeiter eine Bezahlung nach Einzelhandelstarif erreichen. Amazon sieht sich als Logistiker, der mit seinen Löhnen am oberen Ende des Branchenüblichen liegt.

Die Mitarbeiter am Leipziger Standort des Online-Versandhändlers Amazon sind den dritten Tag in Folge im Streik. Die Beteiligung sei ungebrochen, sagte Verdi-Streikleiter Thomas Schneider am Mittwochmorgen. Auch die Stimmung sei sehr gut. Ein Grund dafür sei die Nachricht, dass am Mittwoch erstmals auch die Amazon-Beschäftigten im nordrhein-westfälischen Werne die Arbeit niederlegten.

Damit beteiligen sich nach Gewerkschaftsangaben inzwischen fünf Standorte an der Aktion. Seit Montagmorgen haben Mitarbeiter der Versandzentren in Bad Hersfeld (Hessen), Leipzig (Sachsen), Graben (Bayern) und Rheinberg (Nordrhein-Westfalen) die Arbeit niedergelegt. In Leipzig machten laut Verdi bisher täglich rund 400 Mitarbeiter mit, genauso viele seien es in Graben. In Bad Hersfeld sind demnach sogar 600 Mitarbeiter beteiligt. Insgesamt beschäftigt Amazon in Deutschland an neun Standorten mehr als 9000 Mitarbeiter.

An den beteiligten Standorten war am Dienstag entschieden worden, die für zwei Tage geplanten Streiks um einen Tag zu verlängern. Verdi will Amazon zur Aufnahme von Tarifverhandlungen nach Bedingungen des Einzelhandels bewegen. Der Online-Versandhändler lehnte das bisher ab und sieht sich als Logistiker. (mho)