TV-Tipp: Picasso im Blick der Fotografen

Anlässlich der Neueröffnung des Picasso-Museums am 25.Oktober in Paris gibt es auf Arte einen Thementag, der sich in vier Dokumentationen mit Leben und Werk von Picasso beschäftigt, einer der meist fotografiertesten Künstler der 20. Jahrhunderts.

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Kein anderer Künstler wurde im 20. Jahrhundert so oft fotografiert wie Picasso: Seit Ende der 40er Jahre war Picasso das, was man heute einen Prominenten nennen würde. Er wiederum sah in der Fotografie nicht nur ein Mittel, um sich selbstdarzustellen und sein Werk zu dokumentieren, sondern auch eine neue künstlerische Ausdrucksform. Heute leben nur noch drei Fotografen, die in der Arte-Dokumentation von ihren Erlebnissen mit dem Meister des Bildes berichten: Lucien Clergue, David Douglas Duncan und André Villers erzählen von ihrem Verhältnis und ihrer Zusammenarbeit mit Picasso, dem Malergenie aus Spanien.

Zur Sprache kommt dabei seine Beziehung zum Bild, auch zu seinem eigenen, zum schöpferischen Akt und zur Inszenierung. Mit größerem Abstand zum Thema stellen Konservatoren die Arbeit verstorbener Fotografen wie Brassaï und Dora Maar, der französischen Fotografin, die auch Malerin und Muse Picassos war, vor.

Plakat fĂĽr eine Picasso-Ausstellung in Zagreb

(Bild: Arte France / Gedeon Programmes/Augustin Viatte)

Die Fotografie, insbesondere die vielen Abbildungen in Magazinen, begründete den Mythos Picasso. Doch vor allem sind diese Aufnahmen wertvolle Zeugnisse seiner schöpferischen Prozesse. Eine besondere Rolle spielt dabei die allererste in einem Künstleratelier entstandene Fotoreportage. Schließlich wären manche Werke des Meisters, wie beispielsweise seine Lichtzeichnungen, gar nicht erhalten geblieben, wenn sie nicht im Foto verewigt worden wären.

Seit 1985 beherbergt das staatliche Picasso-Museum in Paris die weltweit umfassendste öffentliche Sammlung von Werken des Künstlers. Rund 5000 der insgesamt 50.000 von Picasso geschaffenen Arbeiten gingen an den französischen Staat, um Erbschaftssteuern zu begleichen. Für das Museum ein unschätzbarer Fundus. Am 25. Oktober 2014 öffnet das Picasso-Museum wieder seine Türen für Besucher. Zu diesem Anlass zeigt Arte in einer zweiten Picasso-Dokumentation einen Blick über die neu arrangierte Sammlung des Museums.

Der KĂĽnstler Pablo Picasso macht Lichtzeichnung in der Luft mit einer Taschenlampe.

(Bild: Arte France / Time Life Pictures/Gjon Mili/Getty Images/Succession Picasso)

Alles, was Pablo Picasso zu sagen hatte, brachte er in seiner Malerei zum Ausdruck. Er revolutionierte die Kunst seiner Zeit. Die dritte Arte-Dokumentation stellt den Künstler und politischen Aktivisten Picasso in den Mittelpunkt. Sein monumentales Gemälde "Guernica" aus dem Jahr 1937 ist wohl eines der prägnantesten Beispiele, das von Picassos politischem Engagement zeugt. Er verarbeitete darin Ereignisse aus dem Spanischen Bürgerkrieg.

Zeit seines Lebens hat Picasso nur einen kleinen Teil seines Werks der Öffentlichkeit preisgegeben. 1973 starb mit Pablo Picasso eines der größten Künstlergenies des 20. Jahrhunderts. Danach begann in den elf Domizilen des Malers die Bestandsaufnahme eines unglaublichen Nachlasses. Die Inventur dauerte drei Jahre. Das immense Werk, das dabei ans Licht kam, entpuppte sich als ganz persönliches und intimes Tagebuch des Künstlers. Die Frauen in seinem Leben, sein politisches Engagement, die Freundschaften und Verluste sind in Form von Tausenden Werken festgehalten. Der vierte Dokumentarfilm des Arte-Thementages erzählt das Leben des Künstlers anhand seines Erbes.

Auf der Website "Picasso hoch drei" kann man sein eigenes Porträt picassoartig verfremden.

Unter der Website Picasso hoch drei gibt es die Möglichkeit, auf drei unterschiedlichen Wegen mit Picassos künstlerischem Erbe umzugehen. Unter anderem kann man sein hochgeladenes Porträt auf picassoeske Weise verfremden.

 

      Sendetermine

  • So. 26.10.2014, 15.30 Uhr, "Picasso im Blick der Fotografen"
  • So. 26.10.2014, 15.55 Uhr, "Ein Museum fĂĽr Picasso"
  • So. 26.10.2014, 17.35 Uhr, "Picasso – Die Kunst als politische Waffe"
  • So. 26.10.2014, 20.15 Uhr, "Looking for Picasso"

(pen)