Comdex: Vergangenheitsbewältigung à la PC-Industrie

Legacy Free ist eines der großen Schlagworte auf der Comdex für Geräte von der Kamera bis zum PC.

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Von
  • Detlef Borchers

Wenn die Comdex schon als erste Post-PC Messe gehandelt wird, auf der Windows nicht die Hauptrolle spielt, dann darf das Schlagwort Legacy Free nicht fehlen. Es kennzeichnet Geräte ohne Vergangenheit, für die so schreckliche Wortbomben wie Abwärtskompatibilität und Wiederverwendbarkeit kein Thema sind.

Legacy Free sind Kameras von Olympus und Sony betitelt, die mit Memory Sticks und SmartMedia-Cards arbeiten, keinen seriellen Port oder gar ein Diskettenlaufwerk brauchen. Legacy Free ist ein BIOS von Datalight, das den Windows-Rechner in 8 Sekunden bootet. Legacy Free ist eine Maus mit USB-Anschluss oder eine Tastatur, auf der das olle SysReq fehlt. Interessant wird das Konzept bei der neuen Klasse von Computern, die von AMD mit dem Easy Now, von Hewlett Packard mit dem e-Mpty PC und von Compaq mit dem iPaq oder LFPaq repräsentiert sind. LF, wie Legacy Free prompt abgekürzt wird, bedeutet bei diesen Rechnern den Verzicht auf alles, was nach ISA-Bus und anderem Althergebrachten aussieht. Die Geräte haben in der Regel zwei USB-Anschlüsse vorne und vier USB-Ports auf der Rückseite, über die alles angesteckt wird, was der Anwender braucht.

Während die Geräte bei AMD und HP als Projektstudien deklariert sind, will Compaq schon im Januar mit der Auslieferung beginnen, weil die Nachfrage sehr groß sei. Zwei US-Banken sollen mehrere tausend Stück geordert haben. Der LFPaq sei ausschliesslich für Firmenkunden konzipiert, da er über das Netz konfiguiert und installiert werden muss. "Wir sehen den Rechner als Brücke zwischen den Welten. Er gefällt Firmen, die noch kein Windows- oder Java-Terminal am Arbeitsplatz installieren, aber auch nicht mehr einen klassischen PC dort sehen wollen," erklärte die Produktmanagerin Maria Renky. (Detlef Borchers)/ (jk)