"Mannesmann-Aktie für Vodafone zu teuer"

Ist das Interesse von Vodafone an Mannesmann abgekühlt? Entsprechende Gerüchte machten heute in London die Runde.

vorlesen Druckansicht 31 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Egbert Meyer

Nach einem Höhenflug sackte heute der Kurs der Mannesmann-Aktie um rund zehn Prozent auf 190,05 Euro. Auslöser für den Kurssturz waren Gerüchte, die an der Londoner Börse kolportiert wurden. Demnach soll das Interesse des britischen Mobilfunkkonzerns Vodafone Airtouch an einer feindlichen Mannesmann-Übernahme abgekühlt sein. Börsenhändler in Frankfurt bezweifelten dies jedoch. Sie äußerten die Vermutung, Vodafone habe selbst die Spekulationen über einen Rückzieher geschürt, um den Kurs der eigenen Aktie zu stabilisieren und den Mannesmann-Kurs zu drücken.

"Die Mannesmann-Aktien sind eindeutig zu teuer", erklärte Analyst Frank Rothauge von Oppenheim Finanzanalyse der Wirtschaftsagentur Bloomberg. Vodafone müsse ein eindeutig höheres Angebot vorlegen. Gestern hatte das Wall Street Journal spekuliert, dass die Briten ihre Offerte auf rund 230 Milliarden Mark aufstocken wollen. Bisher bietet Vodafone in eigenen Aktien 202,65 Euro je Mannesmann-Aktie. Manche Analysten halten aber 270 Euro für nötig, um die skeptischen Mannesmann-Aktionäre zu überzeugen.

Indessen haben die Arbeitnehmervertreter bei Mannesmann aufgerufen, eine mögliche Zerschlagung des Konzerns zu verhindern. Am kommenden Dienstag wollen mehr als 1.000 Betriebsräte aus allen deutschen Mannesmann-Werken in Düsseldorf über eine Abwehrstrategie beraten. Der IG-Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel, der im Aufsichtsrat von Mannesmann stellvertretender Vorsitzender ist, erklärte heute: "Mannesmann ist ein kerngesundes Unternehmen mit hervorragenden Perspektiven." Zudem habe das Unternehmen eine bessere Strategie als Vodafone. Die Briten seien lediglich im Mobilfunk, nicht aber im Festnetz oder Internetgeschäft aktiv. (em)