Wind lädt Handy
Ein sĂĽdamerikanischer TĂĽftler hat einen kleinen Generator entwickelt, der kostengĂĽnstig Strom erzeugt.
Brayan Salazar ist das, was man auf Spanisch "manitas" nennt, berichtet Technology Review: ein geschickter Bastler. Der 21-Jährige geht nicht ohne seinen Rucksack aus dem Haus, in dem sich allerlei Elektronikteile und Werkzeuge befinden. So war es auch an jenem Tag, als er mit seiner Familie in Honduras in ein Dorf zu einer Beerdigung fuhr. Stromanschluss? Fehlanzeige.
In Honduras sind nur 70 Prozent der Menschen mit Strom versorgt. Schon bald waren die Handys leer. In nur wenigen Stunden baute der junge Bastler ein mobiles Ladegerät. Es besteht aus einem kleinen Windrad, das einmal eine Plastikflasche war, und einem kleinen Generator. Das Ganze kostet nach Salazars Schätzung nur zehn Dollar.
Er weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig erschwingliche Technik ist: Mangels finanzieller Mittel musste er sein Studium als Elektroingenieur abbrechen. Vieles eignete er sich als Autodidakt an. "Die mechanische Energie des Flügels treibt die Spule des Generators an und erzeugt so Strom", erklärt Salazar das simple Prinzip. Der Strom wird in einem einfachen Schaltkreis gleichgerichtet und an einen USB-Stecker weitergeleitet. Dort wird das Handy angeschlossen.
Für einen normalen leichten Wind ist das Rad zwar zu schwach. Doch am Fenster des fahrenden Busses erzeugt es genügend Strom. Er prüft zudem andere Methoden, um den Minigenerator anzutreiben: Mögliche Lösungen sind ein größeres Windrad, das den normalen Wind nutzen kann, Bewegungsenergie aus der Pedale eines Fahrrades und der Fahrtwind beim Fahrradfahren sowie eine Handkurbel.
Salazar versichert, dass seine Ladegeräte die Handyakkus nicht unnötig belasten. Dazu hat er einen Transistor eingebaut, der die USB-Spannung auch bei schwankenden Windverhältnissen stabil hält. Das Ladegerät kann zudem für andere Kleingeräte genutzt werden. Salazar will sein Ladegerät patentieren lassen. (bsc)