MIT-Forscher wollen Kohlekraftwerke effizienter machen
Maschinenbauer arbeiten an Techniken, mit denen Emissionen und Energiebedarf traditioneller Kraftwerke reduziert werden sollen.
Kohlekraftwerk Fenne-Völklingen, Saarland
(Bild: Lucy44, Lizenz Creative Commons CC BY-SA 3.0)
Wissenschaftler am Massachusetts Institute of Technology haben ein neues Beschichtungsverfahren entwickelt, das konventionelle Kraftwerke umweltfreundlicher machen soll, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Schon der Einsatz in einem einzigen Kohlekraftwerk wĂĽrde pro Jahr so viele Emissionen verhindern, wie 4000 Autos verursachen, sagt Kripa Varanasi. Der Maschinenbauprofessor am MIT war an der Entwicklung der neuen Beschichtung beteiligt, die jetzt von dem Start-up DropWise kommerzialisiert wird.
Das Verfahren erhöht die Effizienz eines entscheidenden Teils von fossilen Kraftwerken: des Dampfkondensators. In den Kraftwerken wird Brennstoff verbrannt, so dass Dampf für den Antrieb einer Turbine entsteht. Wenn der Dampf die Turbine verlässt, muss er abgekühlt und wieder zu Wasser kondensiert werden; dadurch entsteht eine Sogkraft, die dabei hilft, die Turbine in Schwung zu halten.
Durch die Beschichtung wird diese Saugkraft erhöht. Beim Kondensator handelt es sch um eine Reihe von Rohren – wenn Dampf darauf trifft, kondensiert er zu Wasser. Normalerweise sammelt sich dieses Wasser an den Wänden dieser Rohre und verlangsamt so den Abkühlungsprozess. Die neue Beschichtung aber verhindert das, indem sie Wasser abstößt.
Bislang wurde die neue Beschichtungstechnologie nur im Labor getestet. DropWise bemüht sich derzeit darum, Verträge über Tests in echten Kraftwerken abzuschließen, um einen Regelbetrieb auszuprobieren. Die Technologie kann zwar bei der Emissionsverringerung helfen. Die Hauptmotivation für ihren Einsatz in Kraftwerken dürften aber eher Brennstoff-Einsparungen sein – sie kann den Betrieb eines Kraftwerks um fast eine halbe Million Dollar pro Jahr billiger machen.
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(bsc)