Sechs Gigabit pro Sekunde auf kurze Distanzen

Eine junge US-Firma will einen neuen Standard etablieren, mit dem sich große Datenmengen von Gerät zu Gerät übertragen lassen.

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Sechs Gigabit pro Sekunde auf kurze Distanzen
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Das Start-up Keyssa arbeitet an einem neuen Kurzstreckenfunksystem, mit dem sich auch 4K-Videos schnell übertragen lassen sollen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Die Firma stellt sich eine Zukunft vor, bei dem ein Chip-basierter "Anschluss" normale Leitungsverbindungen ersetzt. Dazu gehören auch Smartphones, bei denen der Trend zunehmend in Richtung drahtloses Laden geht. Im Aufsichtsrat der Firma sitzt unter anderem iPod-Vater und Nest-Chef Tony Fadell. Erwartet wird, dass die Technik bereits in der zweiten Hälfte nächsten Jahres auf den Markt kommen könnte. Zu welchem Preis ist noch unklar.

In einer ersten Version sollen Daten mit Geschwindigkeiten von bis zu sechs Gigabit pro Sekunde übertragen werden. Damit soll ein zwei Gigabyte großer Film in drei Sekunden weitergegeben sein, was auch einen USB-3.0-Stick mit seinen bestenfalls fünf Gigabit pro Sekunde schlägt. WLAN-Verbindungen erreichen heute mit dem modernsten Standard vielleicht 1,3 Gigabit.

Bei einem Besuch in den Räumen der Firma zeigten die beiden Keyssa-Manager Roger Isaac (Vizepräsident für Systemtechnik) und Mariel Van Tenhove (Marketing-Chef), wie das Verfahren praktisch aussieht. Mittels "Kuss" wurde der Film Avatar von einem USB-3.0-Stick, der in einem Computerdock mit dem Keyssa-Chip steckte, auf ein mit der Technik ausgerüstetes Tablet übertragen. Drahtlos vom Stick zum Tablet dauerte das 47 Sekunden. Das ist zwar langsamer als mit USB 3.0, doch die wenigsten Tablets haben diesen Anschluss. Der üblicherweise verbaute USB-2.0-Stecker wird von Keyssa deutlich überholt – und das drahtlos.

Payam Heydari, Professor für Elektrotechnik an der University Of California in Irvine, der drahtlose Datenübertragungsverfahren untersucht, ist sich allerdings nicht sicher, ob es für die Technik wirklich eine Nachfrage gibt. Denkbar sei vielleicht die Möglichkeit, Daten von einem Laptop auf einen Fernseher zu übertragen.

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