NASA: Im Raumschiff Orion fliegt der Chip des iBook G3
Das Multi-Purpose Crew Vehicle (MPCV) enthält eine Honeywell-Steuerkonsole, in der der PowerPC 750FX seinen Dienst tut.
Die Orion legte letzte Woche erfolgreich ihren ersten Flugtest hin.
(Bild: NASA)
Mit dem neuen NASA-Raumfahrzeug Orion sollen Astronauten ab 2017 zur Internationalen Raumstation ISS geflogen werden – und womöglich darüber hinaus. Die Steuertechnik in dem sogenannten Multi-Purpose Crew Vehicle (MPCV), das kürzlich erstmals erfolgreich im Flug getestet werden konnte, dürfte langjährigen Mac-Nutzern bekannt vorkommen.
Wie Geek.com schreibt, steckt in der Honeywell-Konsole, die das Vehikel steuert, ein Hauptprozessor aus der PowerPC-750FX-Baureihe, der in seiner Standardfassung bereits vor zwölf Jahren erstmals in den Handel gelangte – wenn auch für ganz andere Anwendungen.
Der Chip, den IBM und Motorola produzierten, wurde im iBook G3/900 verwendet, das Anfang 2003 auf den Markt kam. Im MPCV läuft der Chip ebenfalls mit 900 MHz bei einer Bus-Geschwindigkeit von 166 MHz. Auf dem Die montiert ist ein 512 KByte großer L2-Cache. Hergestellt wurde der PowerPC-Chip im 130-nm-Prozess. Zum Vergleich: Apples aktueller A8 im iPhone 6 wird im 20-nm-Verfahren produziert, der Core M von Intel gar bereits in 14 nm.
Es ist nicht ungewöhnlich, dass in Raumfahrzeugen ältere Chiptechnik eingesetzt wird. Diese gilt als robuster als aktuelle Highend-Prozessoren, zudem wurden damit ausreichend Erfahrungen zur Ausfallsicherheit gesammelt. Die Orion-Steuerung besteht aus insgesamt drei redundanten Bordcomputern. Jeder dieser Bordcomputer verfügt wiederum über je zwei PowerPC-750FX-Prozessoren, die sich gegenseitig auf Fehler untersuchen.
[Update 09.12.14 14:17 Uhr:] Wie ein heise online-Leser korrekt anmerkt, handelt es sich um einen speziell fĂĽr Weltraumanforderungen angepassten 750FX, den Honeywell in Lizenz selbst herstellt. Im Inneren werkelt aber die alte Technik. Der Beitrag wurde angepasst.
Der Testflug der NASA-Raumkapsel Orion (20 Bilder)

(bsc)