Gutes Halbleiter- und Messtechnik-Geschäft: Carl Zeiss mit Gewinnplus
Nach zwei Jahren hat das Geschäft mit Anlagen für die Halbleiterindustrie wieder angezogen. Doch ob das so bleibt, ist aus Sicht des Optik-Konzerns Carl Zeiss ungewiss. Auch der Anlauf von Chipproduktion mittels EUV verzögere sich.
Carl Zeiss bezeichnet die EUV-Technik zur Halbleiterproduktion als die Zukunft fĂĽr den Unternehmensbereich Halbleitertechnik.
(Bild: Carl Zeiss)
Die Erholung im Halbleitergeschäft und die Nachfrage bei der industriellen Messtechnik haben den Gewinn des Optik-Konzerns Carl Zeiss steigen lassen. Das Konzernergebnis verbesserte sich im Geschäftsjahr 2013/14, das am 30. September endete, um 15 Millionen auf 190 Millionen Euro, wie Vorstandschef Michael Kaschke am Mittwoch mitteilte. Er warnte zugleich aber vor Euphorie. "Wir können nicht erkennen, wohin sich der Halbleitermarkt entwickelt." Das Unternehmen hält in diesem Bereich sogar eine "leichte Abschwächung" für möglich.
Extreme Ultraviolet Lithographie
Zur Entwicklung in der Halbleiter-Technik:
Das in Oberkochen ansässige Stiftungsunternehmen stellt unter anderem Anlagen zur Mikrochip-Produktion her. Zusammen mit dem Chipausrüster ASML und dem Laserspezialisten Trumpf arbeitet der Stiftungskonzern an Extreme-Ultraviolett-Lithographie (EUV).
Der Anlauf der Produktion von Mikrochips mit EUV verzögere sich weiter, weil es Probleme mit der Lichtquelle gebe, erklärte das Unternehmen. Diese werde von ASML geliefert. Der Anlauf der Massenfertigung werde nun wohl erst 2016 oder 2017 stattfinden, ursprünglich war er für dieses Jahr geplant. ASML hatte vor kurzem ebenfalls davon gesprochen, dass ab 2016 EUV Einzug in die Serienfertigung von Logikchips halten könnte, ab 2017 wären dann DRAM- und NAND-Chips möglich. Die ersten Prozessoren damit könnten 2018 von Intel stammen und 7-nm-Strukturen haben.
Stabile Entwicklung
Die Entwicklung der einzelnen Unternehmensbereiche von Carl Zeiss sei unterschiedlich gewesen und habe nicht überall den Erwartungen entsprochen, sagte Kaschke weiter. So war unter anderem das Geschäft mit Brillengläsern rückläufig.
Dagegen sorgte neben der Messtechnik die Medizintechnik dafür, dass der Umsatz leicht um zwei Prozent auf 4,28 Milliarden Euro zulegte. Die Zahl der weltweit Beschäftigten stieg um knapp 200 Mitarbeiter auf 24.817. Für das gerade angelaufene Geschäftsjahr erwartet Kaschke eine "stabile Umsatzentwicklung". Eine konkrete Prognose gab er nicht ab. (jk)