Wirbelerzeuger

Möglicherweise steht auch Ferrari unter Druck durch die Verbrauchsvorschriften, jedenfalls präsentierte man im vergangenen Jahr mit dem California T das erste Turbomotor-Modell seit Ende der 1980er. Das gleiche V8-Aggregat setzt die Marke aus Maranello nun auch beim neuen 488 GTB ein

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Ferrari
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Von
  • Thomas Schneider

Maranello, 5. Februar 2015 – Möglicherweise unter dem Druck durch die im NEFZ ermittelten Verbrauchsvorschriften präsentierte Ferrari im vergangenen Jahr mit dem California T das erste Turbomotor-Modell seit Ende der 1980er. Das gleiche V8-Aggregat wie im aktuellen California mit 3,9 Litern Hubraum setzt die Marke aus Maranello nun auch beim neuesten Supersportwagen 488 GTB ein, dem Nachfolger des Ferrari 458. Dort leistet er nun 493 kW/670 PS und 760 Nm maximales Drehmoment statt 412 kW/560 PS und 755 Nm. Die neue Ferrari Berlinetta wird auf dem Genfer Automobilsalon (5. bis 15. März) zu sehen sein.

In drei Sekunden ist der Standardsprint von null auf Tempo 100 erledigt; die 200 km/h-Marke ist in nur 8,3 Sekunden erreicht. Maximal ist der knapp 1,4 Tonnen schwere Bolide 335 km/h schnell. Trotz dieser beeindruckenden Fahrleistungen soll sich die Rennmaschine mit 11,4 Litern Super Plus (260 g CO2/km) begnügen, was natürlich ein künstlicher Laborwert ist. Und den erreicht man mit einem turbogeladenen Motor eben leichter. Neben dem Antrieb haben die Ferrari-Ingenieure auch an der Aerodynamik gefeilt. Gegenüber dem Vorgänger soll der neue 488 GTB 50 Prozent mehr Abtrieb generieren, und das bei reduziertem Luftwiderstand. Verantwortlich dafür sind neue seitliche Lufteinlässe hinter den beiden Türen, ein doppelter Spoiler in der Frontschürze sowie ein neuer „Unterzugspoiler“ am Heck. Dazu mussten der Heckdiffusor und auch die beiden darin integrierten Auspuff-Endrohre nach oben verlegt werden. Im Unterboden sitzen nun sogenannte „Vortex-Generatoren“, also „Wirbelerzeuger“; das sind Luftleitbleche zur Optimierung des Luftstroms.

Wirbelerzeuger (4 Bilder)

Schön und schnell: Ferraris neuer Supersportler 488 GTB erreicht 335 km/h. Zur Verbesserung der Aerodynamik hat der Nachfolger des 458 nun seitliche Lufteinlässe hinter den Türen.

(Bild: Ferrari)

Die Bedienelemente und Anzeigen wurden nun fast ausnahmslos leicht zum Fahrer geneigt, vergleichbar mit der Mittelkonsole bei BMW-Modellen. Neu sind außerdem die Bedienung und grafische Darstellung des Infotainment-Systems und der Zündschlüssel, der nun beim Start des Wagens in der Jackentasche des Fahrers bleiben kann. Der Preis für den 488 GTB ist noch nicht bekannt, der Vorgänger 458 startete bei rund 200.000 Euro. (imp)