Quadrokopter: US-Medien holen sich Hilfe aus der Luft
Wenn Journalisten auch Quadrokopter für die Recherche nutzen, könnte die erweiterte Perspektive die Berichterstattung verändern. Zusammen mit der Virginia Tech wollen US-amerikanische Medien-Unternehmen nun Testreihen mit Journalisten beginnen.
HeiĂźt es kĂĽnftig: Zeichenblock, Stift und Drohne?
(Bild: Von Bibberstick , CC BY 2.0)
Die Virginia-Tech-Universität hat mit einer Koalition aus mehreren Medien-Unternehmen eine Versuchsreihe ausgearbeitet, um auszuloten, ob der Einsatz von kleinen unbemannten Fluggeräten wie Quadrokoptern als Unterstützung für die journalistische Arbeit denkbar ist. Die Testreihe mit den Medien-Unternehmen ist dabei nur Teil einer größer angelegten Studie, die vom US-Kongress und der Bundesluftfahrtbehörde beauftragt wurde. So sollen neben der Virginia Tech fünf weitere ausführende Stellen den generellen und gewerblichen Einsatz von Fluggeräten wie Quadrokoptern im US-Luftraum testen und so die Formulierung von Regularien zur Integration von unbemannten kleinen Fluggeräten in den Luftraum unterstützen.
Wie Jon Greene, Mitarbeiter der Universität, in einem Statement mitteilt, wären Medien-Unternehmen die ersten gewesen, die die Universität nach der Beauftragung durch die Luftfahrtbehörde kontaktiert hätten. Seitdem testet die Universität den Einsatz von Quadrokoptern für die Branche.
Testreihen fĂĽr Journalisten
(Bild:Â Virginia Tech )
Die von der Virginia Tech erarbeitete Versuchsreihe sieht vor, dass die ersten Testflüge für die Medien-Unternehmen auf abgeschirmten freien Flächen geschehen und später auf städtische Gelände ausgeweitet werden. Die Journalisten werden auf ihre Testreihen in Seminaren vorbereitet und dann in der Steuerung der Quadrokopter trainiert. Equipment und Trainings werden zusammen mit der amerikanischen Luftfahrtbehörde erarbeitet.
Stellt sich die Versuchsreiche der Virginia Tech als erfolgreich heraus, könnten die Medien-Unternehmen eine außerordentliche Flugerlaubnis beziehungsweise Ausnahmeregelung (Section 333 exemption) für unbemannte Flugkörper erhalten, bis umfassende Regularien verabschiedet wurden. Amazon scheiterte bisher bei Versuchen, Ausnahmegenehmigungen für Drohnen zu erhalten und drohte im Herbst mit dem Abzug seiner Drohnenforschung aus den USA.
Veränderte Perspektive als Chance
Die Medien-Unternehmen erhoffen sich von dem Einsatz der Quadrokopter eine Bereicherung für ihre Arbeit. So kommentiert der Geschäftsführer von Fusion, Isaac Lee, dass sein Unternehmen gerne ein "Testlabor" für Innovationen in der Berichterstattung sei. Neue Technik würde den Blick auf die Welt verändern oder sogar dazu beitragen einen "klareren, gewagteren oder authentischeren Blick auf Ereignisse zu erhalten".
Fusion ist der Koalition aus Medien-Unternehmen in der letzten Woche beigetreten. Die weiteren Beteiligten sind Advance Publications, A.H. Belo Corporation, Associated Press, Gannett, Getty Images, NBCUniversal, die New York Times, The E.W. Scripps Company, die Sinclair Broadcast Group und die Washington Post. (kbe)