Urknall der Computerzeit

Seit einigen Monaten liegt das von George Dyson veröffentliche Standardwerk über die Frühgeschichte des Computers nun endlich auch in Deutsch vor.

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Seit einigen Monaten liegt das von George Dyson veröffentliche Standardwerk über die Frühgeschichte des Computers nun endlich auch in Deutsch vor.

Das Buch ist, das muss man aber gleich dazu sagen, auch in der Übersetzung keine leichte Bettlektüre.

Minutiös zeichnet Dyson nicht nur nach, wie aus dem Aufeinandertreffen von Wissenschaftlern und Ingenieuren wie John von Neumann, Alan Turing, Norbert Wiener und John Bigelow am Institute for Advanced Study in Princeton die Grundlagen der Computertechnik entstanden.

Er analysiert präzise, wie eng die Entwicklung des Computers mit der Entwicklung der Atombombe verflochten war. Was das Buch trotz aller Sperrigkeit aber wirklich faszinierend macht, ist die kenntnisreiche Darstellung der konzeptionellen und philosophischen Grundlagen, die von Neumann und seine Mitstreiter damals diskutiert haben.

Quasi im Vorbeigehen lernt man, dass Computer, wie wir sie heute kennen, keineswegs das Produkt einer zwangsläufigen Entwicklung sind. Denn schon Turing und von Neumann dachten über biologisch inspirierte Computer-Architektur und "Orakel-Maschinen" mit eingebautem Zufall nach. In der Vergangenheit liegt also auch die Zukunft des Computers.

George Dyson: "Turings Kathedrale: Die Ursprünge des digitalen Zeitalters", Propyläen Verlag, 592 Seiten, 26 Euro (bsc)