Wie eZelleron das Konzept der Minibrennstoffzelle beleben will
Bislang kommt die Idee, kleine Brennstoffzellen für Endanwender anzubieten, nicht vom Fleck. Im Gespräch mit Technology Review erläutert eZelleron-Gründer Sascha Kühn, wie es doch noch etwas werden könnte.
Die Grundidee, die Anfang Januar erstmals im Detail vorgestellt wurde, kam, zumindest beim Crowdfunding-Publikum schon mal gut an: Die Dresdner Firma eZelleron will mit dem "Kraftwerk" einen Brennstoffzellen-Generator für die Hosentasche anbieten – obwohl sich ähnliche Projekte bislang nicht durchsetzen konnten. Im Gespräch mit Technology Review (aktuelle Ausgabe 03/15 ab Donnerstag am Kiosk oder online erhältlich) äußerte sich Firmengründer Sascha Kühn nun näher zu den Plänen.
Sein Kraftwerk läuft mit normalem Feuerzeuggas, wie man es überall für wenige Euro in Supermärkten, Kiosken oder Tankstellen bekommt. In einer Demonstration holt er dazu eine Treibstoff-Kartusche aus seinem Koffer, setzt sie an eine Düse im Gehäuse und füllt die Brennstoffzelle. "Etwa 60 Milliliter kann man tanken, das reicht für elfmal Smartphone laden", sagt er. Bei zwei Watt Maximalleistung dauert der Ladevorgang für Smartphones genauso lang wie an der Steckdose, so Kühn.
Der 42-Jährige ist nicht der Erste, der die Vorzüge der Brennstoffzelle als Energielieferant für Mobilgeräte entdeckt hat. 2005 stellte Toshiba einen MP3-Player mit Mini-Brennstoffzelle vor, die mit Methanol betrieben wurde. Laufzeit: eine Woche. 2008 zeigte Sony den Prototyp einer Mikro-Brennstoffzelle, gerade mal so groß wie eine Streichholzschachtel. Beide Produkte verschwanden jedoch in der Versenkung. Toshiba hat die Entwicklung ganz eingestellt, heißt es auf Anfrage. Einem von Kühns Konkurrenten, dem Bostoner MIT-Spin-off Lilliputian, ging gerade das Geld aus.
Warum sollte also gerade dem Deutschen der Durchbruch gelingen? Kühn glaubt, dass es vor allem am Treibstoff lag – denn Methanol ist seiner Meinung nach ungeeignet. "Es ist giftig, und es gibt dafür keine Infrastruktur. Man muss ein proprietäres Kartuschensystem einführen." Das ist teuer und unpraktisch. Daran kranken auch heute noch existierende Mikro-Brennstoffzellen-Systeme, beispielsweise von Brunton, das myFC PowerTrekk oder das Upp von Intelligent Energy, das es sogar schon in Apple Stores gibt.
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(bsc)