Einstiegshilfe
Mit einer eigenen Rennserie fĂĽr den TT bietet Audi einen neuen Einstieg in den Motorsport: Der Audi Sport TT Cup findet ab der Saison 2015 bei sechs Rennen im Rahmen der DTM statt. Wir haben den zu diesem Einsatz werksgetunten Wagen ausprobiert
- Wolfgang Gomoll
Barcelona, 11. März 2015 – Mit einer eigenen Rennserie für den TT bietet Audi einen neuen Einstieg in den Motorsport: Der Audi Sport TT Cup findet ab der Saison 2015 bei sechs Rennen im Rahmen der DTM statt. Wir haben den zu diesem Einsatz werksgetunten Wagen ausprobiert.
Druckvoll und sehr laut beschleunigt der TT Cup die Start-Ziel-Gerade hinauf. Am Ende des Vollgasstückes eine tückische Rechtskurve, der Bremspunkt kommt rasend schnell näher. Schüchternes Antippen des Pedals bringt hier gar nichts. Die vom Serien-TT gewohnte Unterstützung scheinen die Tuner ausgebaut und auf den Abfallcontainer geworfen zu haben. Wer hier nicht mit sportlich gestählter Wade und Nachdruck in die Eisen geht, verpasst den Kurveneingang. Die Charakteristik ist erwünscht, so kann der Fahrer gefühlvoller dosieren. Ebenfalls Renntechnik ist die Möglichkeit, die Bremsbalance nach vorn oder hinten zu variieren.
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Der Audi TT Cup hat 310 PS
Der Audi TT S ist im Vergleich eine Sänfte
Die Reifen krallen sich in den Asphalt, der TT Cup folgt willig dem Lenkeinschlag. Kein Murren, kaum ein Zerren am Lenkrad, obwohl doch nur die Vorderachse die Kraft auf den Asphalt bringt. Die Agilität, das gierige Einlenken und das fast stoische Verhalten hat einen Grund: An der Vorderachse arbeitet eine aktive Differenzialbremse von BorgWarner, die Traktionsverlust im Ansatz verhindern kann. Das in Serienautos übliche Torque-Vectoring mit Bremseingriffen würde hier zu viel wertvolle Kraft vernichten, brächte nur eine geringe Effizienz und würde dennoch auf Dauer die Bremsen überlasten. Der Rest ist Feinarbeit am Fahrwerk mit dem Drehen an den üblichen Parametern, gut zu sehen am negativen Sturz der Vorderräder. Das Fahrerlebnis zeigt: Der Kompaktsportler klebt mit seinen 265/660R18 Rennpneus erstaunlich gut auf der Strecke.
Im Vergleich zur Cup-Version fühlt sich der nicht völlig unsportliche serienmäßige Audi TT S an wie eine Sänfte. Mit einem Trockengewicht von 1125 Kilogramm ist der Renn-TT zwar immer noch schwer, aber um sehr respektable 260 Kilogramm leichter als die Serienversion. Das spürt man auf jedem Meter, jede Bewegung des Gaspedals zieht eine Reaktion des Autos nach sich. Der Zwei-Liter-Turbo sägt metallisch, kreischt und hämmert. Die Leichtigkeit, mit der der Vierzylinder dem Begrenzer entgegenjubelt, gibt einem das Gefühl, der Motor empfände dabei Lust.
Der EA888 hat wie der im TTS 310 PS. Im Vergleich zum Serien-Motor wurde lediglich die Software der Motorsteuerung verändert und auch das Getriebe angepasst. Beim Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe haben die Audi-Techniker die ersten drei Gänge kürzer und die letzten drei länger übersetzt. Das bedeutet eine Höchstgeschwindigkeit von 239 km/h bei 6800/min. Ein "Push to Pass" genannter Überholknopf setzt für rund zehn Sekunden 30 Extra-PS frei. LEDs in der Heckscheibe signalisieren Konkurrenten und Zuschauern, wie oft der Fahrer die Mehrleistung noch abrufen kann. Die Zahl der Abrufe wird im Reglement definiert.