Kleinstmotor fĂĽr Satelliten

Ein amerikanisches Start-up will Mikrosatelliten mit einem neuen Ionen-Antrieb manövrierfähig machen.

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Kleinstmotor fĂĽr Satelliten
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Beim Start-up Accion Systems will man sogenannte Mikrosatelliten, die kaum größer sind als eine Schachtel Kleenex, künftig über ein neuartiges Antriebssystem steuerbar machen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Es enthält 480 kaum sichtbare Minidüsen, die in die Oberfläche des Siliziums geätzt werden.

Der Thruster, kaum größer als eine Münze, basiert auf einem neuartigen Elektroantrieb, der bislang nur bei einigen wenigen Weltraummissionen verwendet wurde. Dabei wird ein elektrisches Feld eingesetzt, um geladene Partikel zu beschleunigen – normalerweise Ionen, die aus einem Gas erzeugt werden. Dutzende der Accion-Thruster lassen sich zusammen mit dem notwendigen Treibstofftank in ein Antriebssystem packen, das kaum größer ist als ein Kartenspiel.

Die Fähigkeiten von Mikrosatelliten waren bislang aber eingeschränkt, weil sie nicht unabhängig manövriert werden konnten. Die Antriebssysteme ließen sich nicht ausreichend verkleinern. Denn: Konventionelle Thruster werden mit zunehmender Miniaturisierung ineffizient und können die Größe eines Mikrosatelliten leicht verdoppeln, was die eigentlichen Kostenvorteile dezimiert.

Antriebssysteme für Mikrosatelliten sollen diesen erlauben, in Formation zu fliegen, um damit ähnlich leistungsfähig zu sein wie größere und teurere Satelliten – beispielsweise im Bereich der Bildgebung. Auch der Orbit könnte so länger gehalten werden, was eine deutliche Verlängerung der Nutzungszeit zur Folge hätte – bis zum Zehnfachen der aktuellen Mikros.

Andere Firmen wie Aerojet Rocketdyne und Busek entwickeln ebenfalls Mini-Thruster. "Wir haben es hier mit einem "Micro Space Race" zu tun, bei dem es darum geht, wer diese Teile als Erstes in den Weltraum bekommt", meint Paulo Lazano, Direktor des Space Propulsion Lab am MIT. An seinem Labor entstand die Grundlagentechnik.

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(bsc)