GMD-Betriebsrat: "Sture Umsetzung des politischen Willens"

Der GMD-Betriebsrat wirft dem Bund eine ĂĽbereilte und sture Umsetzung der Fusion mit der FhG vor.

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  • Christian Rabanus

Die Stimmung bei den Gegnern des Zusammenschlusses der beiden Forschungseinrichtungen Fraunhofer Gesellschaft (FhG) und GMD – Forschungszentrum Informationstechnik hat mittlerweile einen Tiefstand erreicht. Nachdem am vergangenen Freitag der GMD-Aufsichtsrat den Gesellschafter empfohlen hatte, die Anteile der GMD zum 1. Januar 2001, spätestens aber zum 1. Juli 2001 auf die FhG zu übertragen, steht der Umsetzung der Fusion praktisch nichts mehr im Weg. Gesellschafter der GMD sind der Bund und die Länder Nordrhein-Westfalen, Berlin und Hessen, wobei der Bund mit einem Anteil von 90 Prozent der mit Abstand wichtigste Gesellschafter ist. Und dessen erklärter Wille ist es bekanntlich, dass sich beide Forschungseinrichtungen zusammenschließen.

Bernd Hartkopf, der Vorsitzende des GMD-Gesamtbetriebsrats, kritisierte heute in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa noch einmal das Prozedere der Fusion. "Es wurde stur der politische Wille umgesetzt, ohne die Grundlagen der Fusion ausreichend zu beleuchten oder berechtigte Einwände zu berücksichtigen", beschwerte er sich. Seiner Ansicht nach ist die Forschungskultur von GMD und FhG viel zu unterschiedlich, als dass die Fusion gelingen könnte. Die Arbeit bei der GMD sei viel mehr an Grundlagenforschung orientiert als die Arbeit bei der FhG. In einer erweiterten FhG bestünde die Gefahr, dass die GMD-Wissenschaftler abwanderten, da sie Grundlagenforschung nicht mehr so betreiben könnten wie bisher.

Auch die Perspektiven für rund 600 Mitarbeiter bei der GMD seien noch nicht klar. Während 800 der insgesamt 1400 GMD-Wissenchaftler wie bisher an den Standorten Sankt Augustin, Berlin und Darmstadt arbeiten könnten, drohten für die restlichen 600 Mitarbeiter Versetzungen über das gesamte Bundesgebiet. Um ein Konzept für alle GMD-Mitarbeiter zu erarbeiten, hätte man nur wenige Monate mehr Zeit gebraucht. (chr)