NASA-Asteroidenmission: Felsbrocken soll in Mondorbit gebracht werden
Die US-Weltraumagentur NASA hat die Pläne für ihre Asteroidenmission ARM präzisiert. Anfang der 2020er-Jahre soll eine Sonde einen Felsbrocken von einem Asteroiden aufnehmen und in einen Mondorbit bringen. Dort sollen ihn Astronauten erforschen.
So sollen die Astronauten den Asteroiden-Brocken untersuchen.
(Bild: NASA)
Im Rahmen ihrer Asteroid Redirect Mission (ARM) will die NASA nun doch kein kleinen Asteroiden einfangen, sondern einen Felsbrocken von einem großen Asteroiden aufnehmen und in einen Mondorbit befördern. Das erklärte die US-Weltraumagentur bei der Vorstellung neuer Einzelheiten der geplanten Mission, die den ersten bemannten Flug zum Mars vorbereiten soll. Demnach soll ungefähr im Jahr 2020 eine Roboter-Sonde starten und Kurs auf einen Asteroiden nehmen.
Ein Felsbrocken fĂĽr den Mondorbit
Läuft alles nach Plan, soll die Sonde nach ihrem Eintreffen an dem Asteroiden ausführlich dessen Oberfläche erkunden und darauf nach einem geeigneten Felsbrocken suchen. Den soll sie dann mit eigens dafür vorhandenen Roboter-Armen aufnehmen und auf einer jahrelangen Reise Richtung Mond transportieren. Dort sollen sie dann in einen stabilen Orbit einschwenken, um zum Forschungsziel für NASA-Astronauten zu werden. Die können ihn dann untersuchen und gleichzeitig mehrere Aspekte einer Marsmission testen.
Geplante Asteroiden-Mission der NASA (11 Bilder)

(Bild: Analytical Mechanics Associates)
(Bild:Â NASA)
Wie die NASA erläutert, soll im Rahmen der Mission unter anderem ein fortschrittlicher Solarantrieb (Solar Electric Propulsion) getestet werden. Dabei werde Sonnenlicht in elektrischen Strom umgewandelt, mit dem geladene Teilchen beschleunigt werden, um die Sonde anzutreiben. Eine ältere Version treibt etwa die Sonde Dawn an. Diese Methode sei zwar deutlich langsamer als herkömmliche Antriebstechniken, benötige aber auch viel weniger Treibstoff. Bevor dann der Felsbrocken zum Mond befördert werde, könnten außerdem Maßnahmen der planetaren Verteidigung ausprobiert werden. Die NASA will dabei prüfen, wie gefährliche Asteroiden auf einem Crashkurs mit der Erde künftig abgelenkt werden können.
Jahrelange Missionsdauer
Insgesamt geht man bei der NASA davon aus, dass die gesamte Transportmission ungefähr sechs Jahre dauern und in der Mitte der 2020er-Jahre abgeschlossen sein wird. Dann soll sich eine Orionkapsel auf den Weg zu dem Felsbrocken machen. Derzeit gehe man davon aus, dass zwei Astronauten für diese Mission 24 bis 25 Tage benötigen werden. Am Asteroiden sollen sie in neuen Anzügen Weltraumspaziergänge durchführen und Proben entnehmen. Dabei werde etwa ausprobiert, wie man am besten Bodenproben vom Mars zur Erde bringen kann.
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Von welchem Asteroiden der Felsbrocken geborgen werden soll, will die NASA frühestens 2019 bekanntgeben, etwa ein Jahr vor Missionsbeginn. Gegenwärtig gebe es mit Itokawa, Bennu und 2008 EV5 bereits drei Kandidaten. Man erwarte aber, dass jedes Jahr ein bis zwei neue Kandidaten hinzukommen werden. (mho)