Streik bei Amazon geht weiter

Am dritten Streiktag hatten sich laut Verdi etwa 1600 Amazon-Mitarbeiter am Ausstand beteiligt, Amazon selbst sprach von 1300 Mitarbeitern. Und während Verdi Störungen bei den Amazon-Lieferungen sieht, verspricht Amazon unverändert pünktliche Lieferung.

vorlesen Druckansicht 103 Kommentare lesen
Amazon-Zentrum Leipzig
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • dpa

Der Streik beim Internetversandhändler Amazon ist am Donnerstag fortgesetzt worden. In Leipzig beteiligten sich wie in den vorangegangenen vier Tagen in der Frühschicht etwa 200 Mitarbeiter, sagte Thomas Schneider von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Im Laufe des Tages würden es voraussichtlich mehr als 400 sein, was knapp einem Drittel aller Beschäftigten in Leipzig entsprechen würde. Der Streik soll bis zur Spätschicht am Gründonnerstag dauern.

Verdi vs. Amazon
Amazon

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und Amazon liegen in Deutschland seit langem im Streit über den Tarifvertrag für die Beschäftigten: Die Gewerkschaft will für die Mitarbeiter eine Bezahlung nach Einzelhandelstarif erreichen. Amazon sieht sich als Logistiker, der mit seinen Löhnen am oberen Ende des Branchenüblichen liegt.

Die Streiks bei Amazon sollen auch an den Standorten in Werne und Rheinberg (Nordrhein-Westfalen) sowie in Bad Hersfeld (Hessen) fortgesetzt werden.

Am Mittwoch hatten mehrere Hundert Beschäftigte den Streik beim Online-Versandhändler Amazon fortgesetzt. Am dritten Tag des Ausstandes legten etwa 1600 Mitarbeiter an den Standorten im hessischen Bad Hersfeld, in Leipzig (Sachsen) sowie in Werne und Rheinberg (Nordrhein-Westfalen) die Arbeit nieder, wie Verdi. Sie will die am Montag begonnenen Ausstände bis zum Ende der Spätschicht am Gründonnerstag fortführen. Wie es dann weitergeht, solle noch bekanntgegeben werden, sagte eine Sprecherin in Berlin.

Der Streik trifft Amazon im Ostergeschäft. "Wir halten unser Lieferversprechen", betonte eine Unternehmenssprecherin. Sie verwies dabei auf das Netz des Online-Händlers in Europa mit 28 Standorten in sieben Ländern. Zudem gehe die überwiegende Mehrheit der etwa 10.000 Amazon-Beschäftigten regulär zur Arbeit. Nach Angaben der Amazon-Sprecherin beteiligten sich knapp 1300 Mitarbeiter an dem Streik.

Die Gewerkschaft ging dagegen davon aus, dass der Ausstand zu Beeinträchtigungen führte, zumal auch Post-Beschäftigte am Mittwoch streikten: Während die Gewerkschaft von mehr als 10.000 Post-Beschäftigten sprach, die sich am Ausstand beteiligten, nannte die Post eine Zahl von 7500. Sechs Millionen Briefe und 300.000 Pakete blieben nach Angaben der Deutschen Post DHL liegen. Zur Situation bei Amazon meinte die Verdi-Sprecherin: "Wir wissen, dass an den Standorten viel liegenbleibt und nicht verschickt werden kann."

Die Gewerkschaft will Amazon zur Aufnahme von Tarifverhandlungen bewegen – zu den besseren Bedingungen des Einzel- und Versandhandels. Das Unternehmen lehnt das ab. In dem Tarifkonflikt gibt es seit Mai 2013 immer wieder Streiks. Eine Einigung ist nicht in Sicht. (jk)